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Manroland: Neustart ohne Last

Der Druckmaschinenbauer Manroland sieht sich nach Pleite und Verkauf auf einem guten Weg. Insolvenzverwalter Werner Schneider erwartet, dass die deutschen Kartellbehörden schnell der Übernahme des Offenbacher Werkes durch die britische Langley-Gruppe zustimmen werden.

Wenn der Kauf perfekt ist, will sich der britische Maschinenbauunternehmer Tony Langley der Belegschaft in Offenbach vorstellen.
Wenn der Kauf perfekt ist, will sich der britische Maschinenbauunternehmer Tony Langley der Belegschaft in Offenbach vorstellen.
Foto: dapd

Manroland startet gut gerüstet in die neue Zukunft. Das Werk in Offenbach habe ausreichend Aufträge; die neue Gesellschaft sei frei von Schulden, Pensionsverpflichtungen und Risiken, sagte Insolvenzverwalter Werner Schneider am Freitag in Offenbach.

In der kommenden Woche soll der Verkauf des Standorts an den britischen Mischkonzern Langley vollzogen sein. Schneider setzt darauf, dass die deutschen Kartellbehörden schnell grünes Licht geben werden. Wie berichtet, übernimmt die Langley-Gruppe mit Sitz in Nottinghamshire alle Anlagen und Immobilien am Standort Offenbach. Mit im Paket ist zudem der internationale Vertrieb für mehr als 40 Länder. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart, sagte Schneider.

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Eine Garantie für Beschäftigte und Standort habe Konzern-Chef Tony Langley nicht ausgesprochen. Das sei aber auch nicht nötig, meint Schneider. Denn der Kauf mache für die Briten nur dann Sinn, wenn sie mit Offenbach langfristige Pläne verfolgten. Hätte Langley nur die Blaupausen gewollt, um die Maschinen dann in Billiglohnländern zu fertigen, hätte er nicht auch die Immobilien mitkaufen müssen, sagte Scheider.

Belegschaft soll verzichten

Mit den Werken Offenbach und Augsburg seien nun die beiden wesentlichen Teile des operativen Geschäfts in neuer Hand. Auch für das kleinste Werk Plauen sei wohl bald ein Investor gefunden, sagte Schneider. Mit der gefundenen Lösung habe Manroland gegenüber den Wettbewerbern nun einen klaren Vorteil.

Das Unternehmen habe jetzt die Größe, die der Nachfrage auf dem Markt entspreche. Die zuvor sehr hohen Produktionskapazitäten hätten in krassem Missverhältnis zur tatsächlichen Marktlage gestanden, sagte Schneider. Deshalb seien Entlassungen nötig gewesen. Diesen Schrumpfungsprozess hätten die Konkurrenten erst noch vor sich.

Angesichts der Ausgangslage hält Schneider die Ankündigung von Langley, noch in diesem Jahr schwarze Zahlen zu schreiben, für realistisch. Eine Prognose, wie hoch der Gewinn am Ende sein könnte, könne man derzeit aber noch nicht wagen. Das Werk soll künftig unter dem Namen Manroland Sheet Fed firmieren. In Offenbach werden Systeme für den Werbe- und Verpackungsdruck entwickelt.

Offenbach am härtesten betroffen

Manroland meldete Ende November Insolvenz an, nachdem die damaligen Eigner Allianz und MAN ihrem Verlustbringer den Geldhahn zugedreht hatten. Schneider suchte Käufer; für die Gruppe als Ganzes indes fand sich kein seriöser Investor. Also wurden die Werke einzeln veräußert: Der Hauptsitz in Augsburg ging an die Lübecker Possehl-Gruppe, Offenbach an Langley. Auf der Strecke blieb fast die Hälfte der 4700 Arbeitsplätze in Deutschland. Offenbach traf es am härtesten: Nur 820 von zuletzt 1750 Stellen blieben übrig. Knapp 900 Beschäftigte aus Offenbach sind von einer Transfergesellschaft aufgefangen worden.

Doch auch die Männer und Frauen, die bleiben dürfen, müssen weiterhin Opfer bringen. Laut Schneider wird zwischen IG Metall und dem Investor ein neuer Sanierungstarifvertrag ausgehandelt. Demnach soll die Belegschaft auf acht Prozent des Lohns verzichten; zudem sind niedrigere Eingruppierungen geplant.

Autor:  Peter Dietz
Datum:  3 | 2 | 2012
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