kalaydo.de Anzeigen

Manroland Offenbach: Neue Perspektive nach dem Aus bei Manroland

        

Im Gespräch: Projektleiterin Silke Bender berät einen Mann, der früher bei Manroland beschäftigt war.
Im Gespräch: Projektleiterin Silke Bender berät einen Mann, der früher bei Manroland beschäftigt war.
Foto: Monika Müller

Eine Transfergesellschaft berät in Offenbach Manroland-Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz verloren haben und sich jetzt nach einem neuen Job umsehen müssen. Sie tut das schon seit zehn Jahren. Solange sind schon Stellenkürzungswellen durch das Unternehmen gerollt.

Die Fotos für die Bewerbungen liegen sauber zu Stapeln sortiert bereit. Ein Fotograf hat sie in den letzten Tagen vor der großen Entlassung am 31. Januar beim Druckmaschinenhersteller Manroland gemacht, damit sich die Menschen möglichst schnell bei anderen Unternehmen vorstellen können. Nun können sie sie im Büro der Personalentwicklungsgesellschaft PRM in der Kaiserleistraße in Offenbach abholen.

Beratung

PRM mit Sitz in Frankfurt bietet Arbeitnehmern nach der Trennung von ihrem alten Arbeitgeber Unterstützung bei der Suche nach einer neuen Stelle oder Selbstständigkeit an.

Dazu gehören Hilfe bei der Klärung des beruflichen Ziels, persönlichen Beratung, Qualifizierung und Bewerbung.

Voraussetzung ist die Förderung von Transfermaßnahmen durch die Agentur für Arbeit, an dessen Finanzierung sich der Arbeitgeber beteiligt.

Zu ihren Kunden gehören Unternehmen im Umkreis von 150 Kilometern. PRM hat 40 Mitarbeiter.

Seit Anfang Februar sind die 896 Ex-Roländer für ein halbes Jahr dort beschäftigt. Dort sollen sie sich fit für einen neuen Job machen. Ihr Gehalt – Kurzarbeitergeld – kommt von der Agentur für Arbeit. Finden sie nichts, bedeutet das Arbeitslosigkeit.

150 Stellen bietet der jüngste PRM-Newsletter an. „Darunter sind viele Direktanfragen, die Unternehmen interessieren sich für die Manroland-Bewerber“, sagt Silke Wohlgemuth, PRM-Geschäftsführerin. Denn die gelten als gut ausgebildet. Metall-Facharbeiter seien darunter, Ingenieure, Verwaltungsangestellte. Allein in der vergangenen Woche seien 20 bis 30 neue Anfragen eingegangen.

Wie viele Manroländer PRM bis Ende Juli vermitteln kann? Die Chefin zuckt mit den Schultern. „Da spielt vieles mit, der Stellenmarkt, die Bedingungen der Stellen, ob man die passenden Leute dazu hat“, antwortet sie, „das wird die Zeit zeigen.“

Wohlgemuth ist überrascht, dass sich plötzlich so viele Medien für ihr Unternehmen interessieren. Wo sie doch schon seit 2002 etwa 1000 ehemalige Manroländer nach den unterschiedlichen Stellenkürzungswellen betreut. Die Erfahrung lehre, dass manchmal alle Unternehmen Leute einstellten, manchmal keines, sagt sie. Wer wisse schon, was in sechs Monaten sei. „Ich bin erleichtert über den Anfang“, sagt Wohlgemuth.

Der Weg in die neue berufliche Zukunft gleiche Kärrnerarbeit, sagt sie. Denn die Betroffenen haben viel zu tun: Stärken und Schwächen herausfinden, sich klar über den Werdegang werden, Weiterbildungsbedarf benennen und sich weiterbilden, Lebenslauf erstellen, Bewerbung üben. Dabei erhalten sie Hilfe von ihren festen Ansprechpartnern wie Julia Seßar und Silke Bender.

Authentisch und selbstsicher

Mit ihnen haben sie alle ein bis zwei Wochen Kontakt, manchmal auch kurzfristig, wie letztens, als einer schnell ein Bewerbungstraining brauchte. „Einige sind durch den Arbeitsplatzabbau in höchsten Maß verunsichert und frustriert“, sagt Bender. Andere hätten sich seit Bekanntwerden der Manroland-Insolvenz vorbereitet.

„Wir beraten die Personen so, dass sie sich selbst bewerben können“, sagt Wohlgemuth. Nah am Menschen möchte sie arbeiten. Aber bei der Bewerbung solle er ein authentisches Bild abgeben. Er solle er selbst sein und selbstbewusst auftreten.

Manche entscheiden sich für die Selbstständigkeit. Es habe mal einen Manroländer gegeben, der seinen Nebenberuf Winzer zum Hauptberuf gemacht habe. Eine Frau möchte sich zur Altenpflegerin ausbilden lassen. Die meisten aber suchten etwas in dem Bereich, aus dem sie kämen.

Autor:  Madeleine Reckmann
Datum:  23 | 2 | 2012
Kommentare:  1
Empfehlen:  E-Mail
Leserbrief:  Leserbrief
Artikel:  Drucken
Umfrage: Soll der Staat Manroland retten?

Soll der Staat den insolventen Druckmaschinen-Hersteller Manroland finanziell unterstützen?

Spezial

Offenbach bangt um den großen Arbeitgeber Manroland: Die Krise beim insolventen Druckmaschinen-Hersteller.


Regionale Startseite

Nachrichten aus Frankfurt und Rhein-Main

Anzeige

Top Stellenangebote

Anzeige

 
Social Media
Unser Twitter-Ticker für Frankfurt und Rhein-Main.

 

Facebook | Twitter überregional | Google+
Was bedeutet das hier? FR@Social Media!

 

 

Kickers Offenbach
Große Freude nach dem Sieg im Hessenpokal.
Kickers Offenbach 
Blick auf die Henninger-Tribüne aus der neuen, Geld einbringenden  Loge.
Kickers Offenbach 
Markus Husterer und Elton da Costa jubeln über das 4:0.
Hessenpokal Kickers Offenbach 
Weblog

Das FR-Blog zu Kickers Offenbach - völlig unreflektiert, offen und ehrlich.

3. Liga
Mannschaft Tore Punkte
1 SV Sandhausen 57:42 66
2 VfR Aalen 50:42 64
3 Jahn Regensburg 55:41 61
4 1. FC Heidenheim 48:36 60
5 Rot-Weiß Erfurt 54:41 59
6 Burghausen 55:47 57
7 VfL Osnabrück 46:35 55
8 Kickers Offenbach 49:41 55
9 Chemnitzer FC 47:43 55
10 1. FC Saarbrücken 61:51 54
11 VfB Stuttgart II 44:47 50
12 Preußen Münster 40:44 50
13 Arminia Bielefeld 51:57 50
14 Darmstadt 98 51:47 49
15 Unterhaching 63:59 44
16 Wiesbaden 40:48 44
17 SV Babelsberg 44:59 44
18 Carl Zeiss Jena 39:59 39
19 Oberhausen 33:47 38
20 Werder Bremen II 29:70 22
Spezial

Der Ausbau des Flughafens ist in der Region heftig umstritten. Die FR-Serie informiert über die Landebahn.

Spezial

Hat Volker Bouffier als Innenminister einen Parteifreund begünstigt? Ein Untersuchungsausschuss sucht Antworten.

Aus dem Gericht

FR-Gerichtsreporter Stefan Behr berichtet über kuriose, traurige, aufwühlende und schockierende Prozesse.