Tausende von Triathlon-Freunden haben sich den Termin schon notiert. Am 1. Juli werden ab zehn Uhr im Internet (www.ironman.de) die ersten 1000 Startplätze für die Ironman European Championship in Frankfurt 2010 vergeben. Binnen einer Stunde dürfte die Starterliste wieder geschlossen sein. Ein Umstand, der den Mangel zeigt: Längst übersteigt das Interesse an einem Ironman das Angebot - speziell in Deutschland. Demzufolge ist nur logisch, dass Kurt Denk mit seiner Xdream Sports&Events GmbH hierzulande einen zweiten offiziellen Ironman installieren wird - das Recht hat der 60-jährige Veranstalter vom Weltverband (WTC) übertragen bekommen.
Drei Städte befinden sich im engsten Bewerberkreis, in den nächsten Wochen fällt eine Entscheidung. Keine Millionenmetropole, sondern eine Stadt von der Größe Wiesbadens soll es sein. Es werde eine Überraschung geben, heißt es aus dem Hause der Agentur, die neben Klagenfurt, Zürich, Nizza, Lanzarote, Sherborne schon im nächsten Jahr auch noch ein weiteres europäisches Rennen schaffen will - wohl in Frankreich, Großbritannien oder Spanien.
Das führt zu so kuriosen Interessenten wie einem britischen Lord, der sein Anwesen auf der grünen Wiese pries, allerdings vergaß, dass es auch einer Möglichkeit zum Schwimmen bedarf. "Es gibt aber auch sehr viele seriöse Bewerber", sagt Denk, der allen Ironman-Rennen einheitliche Standards verpassen will - dazu gehören das Regelwerk, die Antidoping-Regeln, das Erscheinungsbild und die TV-Präsenz. Auch da geht die Europameisterschaft in zwei Wochen in Frankfurt neue Wege. Erstmals hat der Veranstalter selbst eine Produktionsfirma (Wige) beauftragt, die die Fernsehbilder den übertragenden Sendern (DSF und ZDF) zur Verfügung stellen wird.
Kein Thema bei der Lizenzvergabe ist die Traditionsveranstaltung in Roth, 14 Jahre lang die deutsche Ironman-Hochburg, ehe Denk die Lizenz erwarb. Der fränkische Klassiker lockt eine Woche nach Frankfurt immerhin Stars wie Normann Stadler oder Chrissie Wellington. "Wir wachsen auch so weiter", sagt Roth-Ausrichter Felix Walchshöfer, "das Ironman-Label brauchen wir dafür nicht."