Es ist auch für Herbert Steffny wieder ein erhebendes Gefühl, am Sonntag direkt an der Startlinie zu stehen. Der mittlerweile 58-Jährige hat selbst viel dazu beigetragen, dass sich der Frankfurt-Marathon zu einer laufenden Erfolgsgeschichte entwickelt hat.1985, 1989 und 1991 hat der jüngere der beiden Steffny-Brüder (Manfred Steffny ist Spiridon-Herausgeber) in Endzeiten gewonnen, von denen die deutsche Elite heutzutage träumt. Die vergangenen Jahren hat er dann mit seinen Kommentaren im HR-Fernsehen den profunden Laufexperten gegeben.
1735 Läufer, fast jeder vierte, kamen innerhalb der Drei-Stunden-Marke ins Ziel.
Der Startschuss für den Marathon
erfolgt am Sonntag um 10 Uhr (Achtung: Wegen der Sommerzeit wird die Uhr in der Nacht eine Stunde zurückgestellt).
Die Staffeln starten um 10.30 Uhr. Wertungsschluss ist um 16.15 Uhr: Die 42,195 Kilometer müssen also in 6:15 Stunden brutto bewältigt werden. Ansonsten droht der Besenwagen.
Das Sportgespräch hat Tradition beim ältesten deutschen Stadtmarathon. Samstag ab 13 Uhr diskutieren Lauf-Legende Herbert Steffny, HR-Reporter Werner Damm, Falko Will, Vierter der Premiere 1981, und Martin Grüning, Zweiter in Frankfurt 1998 und Redakteur bei Runner’s World im Partnerhotel Mövenpick (Raum Matterhorn) an der Messe. Die Veranstaltung ist öffentlich.
Das HR-Fernsehen sendet ausführlich. Samstag 17-17.30 Uhr:
„Heimspiel extra“ aus der Festhalle
Sonntag 7-9.30 Uhr:
Zusammenfassung des Marathon 2010
Sonntag 9.30-10 Uhr: Höhepunkte
aus 30 Jahren Frankfurt Marathon
Sonntag 10-14 Uhr:
Live-Übertragung mit Berichten über den Spitzen- und Breitensport
Zur 30. Jubiläumsauflage verschreibt sich der Buchautor und Seminaranbieter Steffny einer anspruchsvollen Doppelrolle: Erst wird er in einer „Sieger-Staffel“ mit Stephan Freigang, Melanie Kraus und Charlotte Teske als Startläufer die ersten zwölf Kilometer absolvieren, dann direkt von der Strecke fürs TV seine Eindrücke schildern. Der Mann weiß, wovon er spricht. Und keiner kennt besser die Veränderungen, denen sich die Veranstaltung unterworfen hat.
Als am 17. Mai 1981 am Osttor der Farbwerke Hoechst der tschechische Wunderläufer Emil Zatopek den ersten Startschuss für 2850 Athleten gab, „waren fast nur ambitionierte Läufer unterwegs“ (Steffny). Bestens vorbereitet und beseelt von schnellen Zeiten. Bei Steffnys erstem Sieg 1985 betrug die Durchschnittszeit der 7296 Finisher nur 3:23 Stunden. 1735 Läufer, fast jeder vierte, kamen innerhalb der Drei-Stunden-Marke ins Ziel.
42,195 Kilometer als Bewältigung einer besonderen Herausforderung
Beim Berlin-Marathon 2011 schafften das nur drei Prozent der Teilnehmer. Steffny: „Heute ist ein Marathon in erster Linie ein Spaß- und Genusslauf.“ Und das sei auch gut so. Steffny spricht gerne vom „Matterhorn des kleinen Mannes“. 42,195 Kilometer als Bewältigung einer besonderen Herausforderung − neben der Lust an der Bewegung läuft bei vielen auch der Wunsch nach Respekt und Anerkennung bei Freunden, Kollegen und der Familie mit. Der rege Zuspruch in Frankfurt − die Meldeliste ist bei 15.000 Startern längst geschlossen − ist laut Steffny das Verdienst „einer klugen Veranstalter-Politik“. Steffny: „Hier werden eine tolle Stimmung und ein Top-Service geboten. Und alles ist fokussiert auf den Marathon.“
Dafür verantwortlich ist seit 2002 der Renndirektor Jo Schindler.
Der gebürtige Regensburger hat sich professionell an die Herausforderungen gemacht, den Marathon in Frankfurt nach und nach zu stärken. Mittlerweile ist Frankfurt das zweitwichtigste und zweitgrößte Event im deutschen Marathon-Kalender, versehen mit dem goldenen Label des Internationalen Leichtathletik-Verbandes. Schindler: „Es hat sich ausgezahlt, dass wir mit Experimenten vorsichtig umgegangen sind.“ Seine wichtigste Entscheidung? Da überlegt der 52-Jährige nur kurz: „Den Zieleinlauf 2003 in die Festhalle zu verlegen.“