Niemand hat sich umgedreht, keiner ein Autogramm oder ein Foto verlangt. Noch immer bewegt sich Sören Kah meist unbekannt in der Läuferszene, und die Zielankunft in der Festhalle bildete da keine Ausnahme. Dabei hatte der 29-Jährige das Ausrufezeichen aus deutscher Sicht gesetzt. Zweitbester Deutscher in 2:17:58 Stunden. Und er lief die zweite Streckenhälfte anderthalb Minuten schneller als die erste.
„Eine Punktlandung“, sagte der für die LG Lahn-Aar-Esterau startende Athlet, der in der Woche 160 bis 170 Trainingskilometer abspult.
Der Jubiläums-Marathon in Frankfurt bricht alle Rekorde: Noch nie war das Rennen so schnell, noch nie gab es so viele Teilnehmer. In unserem Spezial finden Sie die Bilder und Berichte. Die Ergebnisse gibt es auf der Seite des Veranstalters.
Bemerkenswert für einen, der einen Vollzeitberuf als Buchhalter bei einem Marktforschungsinstitut ausübt. „Ich kann immer nur abends und am Wochenende trainieren.“
Wer zudem berücksichtigt, dass sich der im April nach Frankfurt-Rödelheim gezogene Blondschopf erst seit zweieinhalb Jahren komplett dem Laufsport verschrieben hat, weil ein Kreuzbandriss seine bescheidene Fußball-Karriere stoppte („Stürmer in der Kreisklasse beim SC Birlenbach“), der kann Kah nur Komplimente machen.
Bundestrainer Ronald Weigel stellt bald seinen Nationalkader neu zusammen. Es könnte gut sein, dass Kah aufgrund seiner Leistung beim Frankfurt-Marathon dann in den Genuss einer neuen Form der Förderung kommt. „Das würde mich freuen. Noch ist eine 2:12 für mich weit entfernt. Aber irgendwann traue ich mir das schon zu.“