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Frankfurt-Marathon: Mockenhaupt und Hahn lösen Olympia-Ticket

        

Grenzerfahrung Marathon: Sabrina Mockenhaupt im Ziel.
Grenzerfahrung Marathon: Sabrina Mockenhaupt im Ziel.
Foto: dpa

Nach dem Frankfurt-Marathon knickt Sabrina Mockenhaupt zusammen wie ein Streichholz. Aber ihr großes Ziel erreicht sie trotzdem.

Frankfurt –  

Direkt hinter der Ziellinie ging beim Frankfurt Marathon nichts mehr. Wie ein Streichholz knickte Sabrina Mockenhaupt zusammen, ohnmächtig lag die Läuferin im Zielkanal, Arme und Beine fast leblos von sich gestreckt. Nur mühsam kamen die Sanitäter durchs Gedränge, um die 30-Jährige abzutransportieren.

Wer diese Bilder in der Frankfurter Festhalle sah, musste sich zunächst ernste Sorgen machen – es hat dann glücklicherweise nicht lange gedauert, bis die zierliche Frau wieder auf die Beine kam, um ihren Zwillingsbruder Markus zu umarmen. Und sich auszuweinen.

Als Neunte in 2:28:08 Stunden im hochkarätig besetzte Frauenfeld zu finishen – das war nicht das Ziel der 32-fachen deutschen Meisterin. „Ich habe drei Minuten auf den letzten sieben Kilometern verloren – einen Marathon so schlecht zu laufen, kann ich niemand empfehlen. Es ging nichts mehr – der Kopf wollte, die Beine nicht“, sagte Sabrina Mockenhaupt, nachdem sie verspätet zur Pressekonferenz gehumpelt kam.

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Schon bei Kilometer 38 sei ihr schwarz vor Augen geworden, „auf der Zielgerade habe ich eigentlich schon nichts mehr gesehen“. Und ehrlich räumte sie in ihrem Siegerländer Singsang ein: „Ich habe extreme Bekanntschaft mit dem Mann mit dem Hammer gemacht. Ich werde aber nicht aufhören zu kämpfen.“

Der einzige Trost für die nominell zweitbeste deutsche Marathonläuferin, die sich von ihrem Trainer Thomas Eickmann getrennt hat: Sie hat immerhin die Normzeit von 2:30 Stunden unterboten und sich für die Olympischen Spiele qualifiziert. Das Minimalziel. Bislang hatte ja nur Irina Mikitenko mit ihren 2:22:18 Stunden in Berlin das London-Ticket gelöst.

Seit diesem Sonntag ist die weibliche Reisegruppe für die klassischen 42,195 Kilometer immerhin zu dritt. Denn auch Susanne Hahn hat sich die Sehnsucht von einer zweiten Olympia-Teilnahme erfüllt: Ein Jahr nach der Geburt ihres Sohnes lief die 33-Jährige mit 2:28:49 Stunden sogleich persönliche Bestzeit – und wirkte locker und gelöst.

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Jan Fitschen übt harsche Kritik

„Das ist ein Gemeinschaftswerk von vielen“, sagte sie, um dann explizit ihrem Ehemann und Trainer Frank und ihrem persönlichen Tempomacher Matthias Müller zu danken. „Ich bin sauber durchgekommen.“ Vielleicht hat ja auch die Ablenkung, die Filius Michael im Alltag bringt, dazu geführt, die Herausforderung Marathon nicht zu verbissen anzugehen.

Wie gefährlich die Gratwanderung ist, hatte André Pollmächer erfahren. Der als größte deutsche Hoffnung gehandelte 29-Jährige stieg nach 35 Kilometern aus. Monatelanger Quälerei, härteste Einheiten in seiner Potsdamer Wahlheimat zum Trotz. „Ich war nach zehn Kilometern nur noch in einer Dreiergruppe: Da weißt du, dass das Rennen vorbei ist.“

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Viel zu lange habe er dann allein laufen müssen, klagte der arg niedergeschlagene Pollmächer, dem es auch nichts nützte, dass ihn Bundestrainer Ronald Weigel die meiste Zeit mit dem Rad begleitet hatte. Laufexperte Herbert Steffny vermutet, Pollmächer habe sich im Vorfeld „platt trainiert“.

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Für Jan Fitschen, nach 2:15:40 Stunden beim Frankfurt-Marathon in neuer persönlicher Bestzeit zufrieden als bester Deutscher auf Rang 32 angekommen, war Pollmächers „Höllenritt“ jedoch die Folge der umstrittenen Norm des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. „Wer eine 2:12 unterbietet soll, muss so schnell angehen. Die Norm erfordert dies Risiko. Das ist schade.“ Fitschen will der Vorgabe übrigens im Frühjahr genügen. Pollmächer war noch nicht fähig, über seine Zukunftspläne verlässlich Auskunft zu erteilen.

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Autor:  Frank Hellmann
Datum:  31 | 10 | 2011
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