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Halbmarathon: 21 Kilometer Kälte

Wärmer als fünf Grad dürfte es beim Lauf am Sonntag nicht werden. Keine optimalen Bedingungen. Dennoch wollen mehr als 3000 Sportler starten. Das dürfte vor allem an der neuen Strecke liegen. Von Georg Leppert

Die Rosa-Luxemburg-Straße ist bei den Läufern nicht beliebt.
Die Rosa-Luxemburg-Straße ist bei den Läufern nicht beliebt.
Foto: FR/Arnold

Der Rasen ist tabu. Und wenn die Läufer nach den 21,1 Kilometern durch den Süden Frankfurts auch noch so erschöpft sind: Sich im Ziel des Halbmarathons, das sich am morgigen Sonntag im WM-Stadion im Stadtwald befindet, einfach aufs Grün fallen zu lassen, geht nicht. "Der Rasen ist heilig", sagt Thomas Rautenberg vom Veranstalter Spiridon Frankfurt.

Schließlich spielt darauf in einer Woche wieder die Eintracht - ausgerechnet gegen Bayern München. Und mit dem Fußball-Bundesligisten will Spiridon nun wirklich keinen Ärger bekommen. Schon gar nicht beim allerersten Halbmarathon mit Start und Ziel am Stadion.

Rautenberg verspricht sich einiges von der neuen Strecke. Vor allem schnelle Zeiten. Der neue Kurs sei wesentlich flacher als die Strecke, auf der die Läufer in den vergangenen Jahren unterwegs waren. Sie führte vom Nordwestzentrum in die Innenstadt und zurück - mit fiesen, langen Steigungen auf der Eschersheimer Landstraße und der Hansaallee.

Zwar zeigt auch das Höhenprofil für den Lauf am Sonntag einige Ausreißer nach oben. Aber das seien nur kurze Steigungen, sagt Rautenberg. Zum Beispiel die Fußgängerbrücke, die über die Mörfelder Landstraße führt.

Um Punkt zehn wird Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Stadion den Startschuss abfeuern. Durch den Stadtwald laufen die Teilnehmer nach Niederrad und dann am Main entlang bis zur Schifferstraße. Über Oppenheimer und Mörfelder Landstraße geht es zur Isenburger Schneise und dann über die Otto-Fleck-Schneise zurück zum Stadion. Dort könnten die Top-Läufer bereits nach einer Stunde und acht Minuten ankommen, hofft Rautenberg.

Zu den Favoriten gehören bei den Männern Jörn Harland aus Kassel und Charai Abderrazzak aus Wiesbaden. "Beide zählen zur regionalen Elite", sagt Rautenberg. Bei den Frauen spricht vieles für einen Sieg von Veronika Ullrich aus Regensburg.

Autobahn ein Graus

Für die neue Strecke haben die Veranstalter mit einer Tradition brechen müssen. Bislang wurde der Halbmarathon immer am ersten Sonntag im März ausgetragen. Das ging diesmal nicht: Am vergangenen Wochenende hatte die Eintracht ein Heimspiel. Den Termin für die neue Strecke aufzugeben, sei ihm nicht schwer gefallen, sagt Rautenberg. In den vergangenen Jahren hatten immer mehr Läufer über den wenig attraktiven Kurs geklagt. Vor allem die ersten sechs Kilometer, die über die autobahnähnliche Rosa-Luxemburg-Straße führten, waren manchen ein Graus.

Vieles spricht dafür, dass sich der Wechsel zum Stadion rentiert. 3770 Läuferinnen und Läufer haben sich angemeldet - ein Rekord. Zwar werden bis zu 500 Sportler dann doch von einem Start absehen, wie Rautenbergs Erfahrung zeigt. Dass mehr als 3000 Leute auf die Strecke gehen werden, dürfte aber feststehen. Bislang liegt der Rekord bei 2850 Teilnehmern am Start.

Polizei sieht keine Probleme

Weil der Lauf zu Beginn über recht enge Waldwege führt, lassen die Organisatoren erstmals nicht alle Teilnehmer auf einmal auf die Strecke. Gestartet wird in Blöcken. In Abständen von zwei Minuten geht es für jeweils einige hundert Läufer los. Die schnellen Sportler zuerst, die Anfänger in den hinteren Blöcken.

Einfacher wird die Veranstaltung für die Polizei. Auf der alten Strecke mussten viele Straßen doppelt bewältigt werden: auf dem Hinweg in die Innenstadt in die eine, auf dem Rückweg in die andere Richtung. Das hatte zur Folge, dass sie fast die gesamte Dauer des Rennens über gesperrt blieben. An diesem Sonntag ist mit Ausnahme der Isenburger Schneise jeder Abschnitt nur einmal zu laufen.

Für die Polizei heißt das: Bevor der Führende kommt, wird abgesperrt, und wenn der Besenwagen durch ist, haben die Autofahrer wieder freie Fahrt. Dennoch ist zwischen 10 und 13 Uhr in Niederrad und Sachsenhausen mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Mehr Probleme könnte am Sonntag das Wetter bereiten. Zwar dürften die Waldwege frei von Eis und Schnee sein. Aber wärmer als fünf Grad wird es wohl nicht werden. Optimale Bedingungen sind das nicht. Immerhin aber führt der Main kein Hochwasser: "Auch das mussten wir zeitweise fürchten", sagt Rautenberg: "Dann hätten wir nicht am Ufer laufen können."

Autor:  Georg Leppert
Datum:  12 | 3 | 2010
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Start des Marathon ist die Friedrich-Ebert-Anlage, von wo aus es in zwei Schleifen durch die Innenstadt, dann südlich des Mains entlang bis nach Höchst und über die Mainzer Landstraße zurück geht.

Die 30. Auflage des Frankfurt Marathon geht an den Start. Zur Streckenkarte einfach auf das Bild klicken.

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