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Halbmarathon in Frankfurt: Flacher, schneller, kälter

Kreuz und quer durch Dribbdebach - mehr als 3000 Läuferinnen und Läufer starten am Sonntag beim Halbmarathon. Der Veranstalter verspricht sich einiges von der neuen Strecke. Vor allem schnelle Zeiten. Von Georg Leppert

Schwitzen trotz Kälte: 21 Kilometer können lang sein.
Schwitzen trotz Kälte: 21 Kilometer können lang sein.
Foto: Andreas Arnold

Der Rasen ist tabu. Und wenn die Läufer nach den 21,1 Kilometern durch den Süden Frankfurts auch noch so erschöpft sind: Sich im Ziel des Halbmarathons, das sich am morgigen Sonntag im WM-Stadion im Stadtwald befindet, einfach aufs Grün fallen zu lassen, geht nicht. "Der Rasen ist heilig", sagt Thomas Rautenberg vom Veranstalter Spiridon Frankfurt. Schließlich spielt darauf in einer Woche wieder die Eintracht - ausgerechnet gegen Bayern München. Und mit dem Fußball-Bundesligisten will Spiridon nun wirklich keinen Ärger bekommen. Schon gar nicht beim allerersten Halbmarathon mit Start und Ziel am Stadion.

Frank gibt Startschuss

Main-Lauf-Cup

Der Held in der Szene heißt Steffen Kothe. Er hat beim Main-Lauf-Cup im vergangenen Jahr 700 Punkte erzielt. Fast immer, wenn Kothe gestartet ist, hat er auch gewonnen. Dafür bekam er von Sportdezernent Markus Frank (CDU) eine Urkunde überreicht und durfte sich mitten im Römer ganz oben auf ein Podest stellen. Und alle anderen Teilnehmer des Mainlauf-Cups, die zum Empfang gekommen waren, jubelten ihm zu.

Aus zehn Läufen in Frankfurt und Umgebung besteht die Serie. Am Anfang steht der Halbmarathon am morgigen Sonntag. Weiter geht es am 24. April mit dem Nauroder Halbmarathon. Es folgen der Schwanheimer Pfingstlauf (22. Mai), der Steinberger Wald-Volkslauf (30.Mai) und eine kurze Sommerpause. Zum Abschluss treffen sich die Athleten wieder am WM-Stadion: beim Silvesterlauf am 31. Dezember.

In die Wertung kommt jeder, der mindestens sechs Läufe absolviert. Wobei es nicht leicht ist, Punkte zu bekommen. Zähler gibt es nur für die schnellsten 100 Teilnehmer jeder Altersklasse. 100 Punkte für den besten Läufer, einen Zähler für Platz 100. In manchen Altersklassen starten aber deutlich mehr als 100 Athleten. Die Urkunden gibt es am 28. Januar 2011 im Römer. (geo)

www.mainlaufcup.de

Rautenberg verspricht sich einiges von der neuen Strecke. Vor allem schnelle Zeiten. Der neue Kurs sei wesentlich flacher als die Strecke, auf der die Läufer in den vergangenen Jahren unterwegs waren. Sie führte vom Nordwestzentrum in die Innenstadt und zurück - mit fiesen, langen Steigungen auf der Eschersheimer Landstraße und der Hansaallee.

Zwar zeigt auch das Höhenprofil für den Lauf am Sonntag einige Ausreißer nach oben. Aber das seien nur kurze Steigungen, sagt Rautenberg. Zum Beispiel die Fußgängerbrücke, die über die Mörfelder Landstraße führt.

Um Punkt zehn wird Sportdezernent Markus Frank (CDU) am Stadion den Startschuss abfeuern. Durch den Stadtwald laufen die Teilnehmer nach Niederrad und dann am Main entlang bis zur Schifferstraße. Über Oppenheimer und Mörfelder Landstraße geht es zur Isenburger Schneise und dann über die Otto-Fleck-Schneise zurück zum Stadion. Dort könnten die Top-Läufer bereits nach einer Stunde und acht Minuten ankommen, hofft Rautenberg.

Zu den Favoriten gehören bei den Männern Jörn Harland aus Kassel und Charai Abderrazzak aus Wiesbaden. "Beide zählen zur regionalen Elite", sagt Rautenberg. Bei den Frauen spricht vieles für einen Sieg von Veronika Ullrich aus Regensburg.

Für die neue Strecke haben die Veranstalter mit einer Tradition brechen müssen. Bislang wurde der Halbmarathon immer am ersten Sonntag im März ausgetragen. Das ging diesmal nicht: Am vergangenen Wochenende hatte die Eintracht ein Heimspiel.

Den Termin für die neue Strecke aufzugeben, sei ihm nicht schwer gefallen, sagt Rautenberg. In den vergangenen Jahren hatten immer mehr Läufer über den wenig attraktiven Kurs geklagt. Vor allem die ersten sechs Kilometer, die über die autobahnähnliche Rosa-Luxemburg-Straße führten, waren manchen ein Graus.

Vieles spricht dafür, dass sich der Wechsel zum Stadion rentiert. 3770 Läuferinnen und Läufer haben sich angemeldet - ein Rekord. Zwar werden bis zu 500 Sportler dann doch von einem Start absehen, wie Rautenbergs Erfahrung zeigt. Dass mehr als 3000 Leute auf die Strecke gehen werden, dürfte aber feststehen. Bislang liegt der Rekord bei 2850 Teilnehmern am Start.

Polizei sieht keine Probleme

Weil der Lauf zu Beginn über recht enge Waldwege führt, lassen die Organisatoren erstmals nicht alle Teilnehmer auf einmal auf die Strecke. Gestartet wird in Blöcken. In Abständen von zwei Minuten geht es für jeweils einige hundert Läufer los. Die schnellen Sportler zuerst, die Anfänger in den hinteren Blöcken.

Einfacher wird die Veranstaltung für die Polizei. Auf der alten Strecke mussten viele Straßen doppelt bewältigt werden: auf dem Hinweg in die Innenstadt in die eine, auf dem Rückweg in die andere Richtung. Das hatte zur Folge, dass sie fast die gesamte Dauer des Rennens über gesperrt blieben. An diesem Sonntag ist mit Ausnahme der Isenburger Schneise jeder Abschnitt nur einmal zu laufen. Für die Polizei heißt das: Bevor der Führende kommt, wird abgesperrt, und wenn der Besenwagen durch ist, haben die Autofahrer wieder freie Fahrt. Dennoch ist zwischen 10 und 13 Uhr in Niederrad und Sachsenhausen mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Mehr Probleme könnte am Sonntag das Wetter bereiten. Zwar dürften die Waldwege frei von Eis und Schnee sein. Aber wärmer als fünf Grad wird es wohl nicht werden. Optimale Bedingungen sind das nicht. Immerhin aber führt der Main kein Hochwasser: "Auch das mussten wir zeitweise fürchten", sagt Rautenberg: "Dann hätten wir nicht am Ufer laufen können."

Autor:  Georg Leppert
Datum:  13 | 3 | 2010
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