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21. Dezember 2012

Ironman: Neue Ziele für Daniel Unger

 Von Frank Hellmann
Daniel Unger wechselt zum Ironman.Foto: REUTERS

Der einstige Triathlon-Weltmeister Daniel Unger steigt auf die Ironman-Strecke um.

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Der einstige Triathlon-Weltmeister Daniel Unger steigt auf die Ironman-Strecke um.

Es war ein verräterischer Satz, den Daniel Unger aussprach, als er kürzlich in der Europa-Zentrale der World Triathlon Corporation (WTC) in Hanau-Steinheim öffentlich machte, seine bewegte Karriere nicht geräuschlos ausklingen zu lassen. Er sagte: „Ich wollte nicht leise Servus sagen.“ Der Oberschwabe wird sich stattdessen die nächsten zwei Jahre im Ironman verdingen. Diese mythenbehaftete Strapaze über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42 Kilometer Laufen sei „eine große Wundertüte, deshalb werde ich mich auch hüten, Zeiten und Platzierungen vorherzusagen“.

Gleichwohl ist der Entschluss für ein „Komplettpaket“ (Unger) unter Dach der für die Ironman-Serie zuständigen WTC reiflich überlegt, und das hat viel mit den Zweifeln und Problemen zu tun, die den Sportler in jüngerer Vergangenheit geplagt haben. Zum einen räumte Unger nun ein, dass ihm die verpasste Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking („für Jan Frodeno hat mich das gefreut, aber für mich war das schwierig zu verarbeiten“) und die verfehlte Qualifikation für 2012 in London („ein Traum, der nicht funktioniert hat“) ziemlich zugesetzt habe. Fast reumütig spricht er davon, „dass ich nie mehr das ganz große Feuer entfachen konnte“.

Zum anderen habe er die familiären Verpflichtungen – zu seinem dreieinhalb Jahre alten Sohn Toni Leander gesellte sich vor sechs Monaten Tochter Maila – unterschätzt, sagt Unger. Mit seiner Frau, der Kindermodedesignerin Tina Fink, hat er nun abgesprochen, den Fokus wieder auf den Sport zu richten. Denn: „Ich bin Berufs-Triathlet, ich ernähre die Familie.“ Um den Kopf für den entbehrungsreichen Trainingsalltag freizubekommen, hat er auch sein nach ihm benanntes Sportgeschäft an seine Schwester abgetreten.

Ungers Name genießt immer noch einen vortrefflichen Klang. Dabei zehrt der im 820-Seelen-Dörfchen Braunenweiler bei Bad Saulgau beheimatete Sportler von seinem WM-Titel 2007 in Hamburg auf der Kurzdistanz. „Ich kam damals vier Sekunden vor dem großen Favoriten Javier Gómez ins Ziel – vier Sekunden, die mein Leben verändert haben.“ Nicht nur zum Positiven: „Die Verpflichtungen rechts und links davon, die Termine bei Sponsoren und Medien: Diese Zeit hat mir bei der Erholung gefehlt.“ Noch ein Grund für den Leistungsabfall und die Verletzungsanfälligkeit.

Rat von Raelert

Nun verspürt er große Lust auf die neue Herausforderung. „Ich freue mich auf die langen Einheiten und mache jetzt schon lieber 1 000 Schritte mehr als zu wenig.“ Und mit einem Schmunzeln fügt er an: „Ich möchte ein richtiger Triathlet werden.“ Der Charakterdarsteller gibt sein Ironman-Debüt am 6. Juli in Frankfurt – als Einstimmung ist am 11. Mai der über die halbe Distanz führende Ironman 70.3 Mallorca gedacht. 2014 will er dann auch in Hawaii an der Startlinie stehen.

Bislang hat Unger sich seine Meriten stets über 1,5 Kilometer im Wasser, 40 Kilometer auf dem Rad und zehn Kilometer zu Fuß verdient − Vollgas für rund zwei Stunden vom Start bis ins Ziel. „Diesen Speed will ich mitnehmen.“ Das dafür erforderliche Tempotraining hat schon so manchem Umsteiger geholfen. Der zweimalige Hawaii-Zweite Andreas Raelert taugt als bestes Beispiel. Der aktuell beste deutsche Langstreckler war für Unger im DTU-Kader einst ein „dicker Kumpel“, und natürlich hat er ihn um Rat gefragt. „Er hat mir gesagt, ich werde den Ironman lieben.“ Den Rostocker sieht er durchaus als Vorbild an: „Andi hatte schon damals auf den langen Trainingsstrecken die Fähigkeit, die Gruppe auseinanderzunehmen.“

Der nächste Seiteneinsteiger fürchtet am meisten das Radfahren „von der Strecke her einmal durch das Königreich Schwaben“. Ungers Ironman-Erfahrungen beschränken sich bislang auf die Rolle als Fernsehexperte beim Hawaii-Spektakel 2007. 2008 in Frankfurt ließ er sich als Zuschauer vom Langstrecken-Spezialisten Timo Bracht einweisen. „Ich mag diesen Eventcharakter in der Stadt.“ Frankfurt-Veranstalter Kai Walter hat Unger ohnehin in der Pflicht gesehen: „Ein Triathlet ist nicht fertig mit seiner Karriere, wenn er keinen Ironman gefinisht hat.“

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