Ein Rücktritt zum 60. Geburtstag: Seine Gäste in der Ebbelweischänke von Maintal-Hochstadt hat Kurt Denk am Montagabend mal kräftig überrascht, indem der Organisator und Ideengeber des Frankfurter Ironman auf seiner Feier den Rückzug aus dem operativen Geschäft verkündete. "Ich stehe der Veranstaltung noch mit Rat und Tat zur Seite", erklärte Denk der verdutzten Versammlung, "aber ich übergebe meine Tätigkeit an einen würdigen Nachfolger."
Als alleiniger Geschäftsführer der ausrichtenden Agentur Xdreams, die unter dem Dach der World Triathlon Corporation (WTC) für 2010 die Ironman-Veranstaltungen in Frankfurt, Regensburg und den Ironman 70.3 in Wiesbaden ausrichtet, fungiert künftig Kai Walter.
Der 41-Jährige, der selbst fünfmal einen Ironman absolvierte, ist seit der Frankfurter Auftaktveranstaltung 2002 im Organisationsteam installiert, zuletzt war der frühere Bundeswehrsoldat als Renndirektor ohnehin Denks gleichberechtigter Partner. Walter hat mit seinem neunköpfigen Organisationsteam für das Ironman European Headquarter bereits ein neues Domizil in Hanau-Steinheim bezogen - bislang dienten als Diensträume das Erdgeschoss von Denks Haus in Maintal.
"Von der Aufgabenverteilung ändert sich doch nichts: Kurt ist beim Skifahren und beim Surfen und ich mache die Arbeit", sagte Walter spaßeshalber, der bei Denks Feiertag einen Film mit allerlei Anekdoten aus dem Leben des früheren Skilehrers und Windsurfers zeigte.
Doch hinter dem Stabwechsel steckt mehr: Denk, der 1972 beinahe bei den Olympischen Spielen in Sapporo als Skifahrer gestartet wäre, wird nicht ruhen, sondern sich mutmaßlich auf neuen Geschäftsfeldern tummeln.
Angedacht ist etwa seit längerem eine Beteiligung beim Frankfurter Radrennen. Nach dem Verlust des Klassikers "Rund um den Henninger Turm" firmierte die Veranstaltung am 1. Mai dieses Jahres unter dem Namen Eschborn-Frankfurt-City-Loop und fand in deutlich abgespeckter Version statt. Der Etat betrug 500000 Euro. Dem Vernehmen nach soll im nächsten Jahr die wieder vergrößerte Auflage "Rund-um-den-Finanzplatz-Eschborn-Frankfurt" heißen und das Ziel auch wieder mitten in der Mainmetropole sein. Das ist auch erklärter Wunsch von Frankfurts Sportdezernent Markus Frank. Die Stadt ist bereits in alle Pläne eingeweiht - nur die Zustimmungen stehen noch aus.
Abgesprochen werden muss im Detail noch, inwieweit Denk sein Know-how zur Verfügung stellt oder bei der Sponsoren-Akquise hilft. Rad-Veranstalter Bernd Moos-Achenbach hatte immer mal darüber nachgedacht, mit dem Ironman gemeinsame Themenfelder aufzugreifen. Interessant wird die avisierte Kooperation auch, weil die WTC mit Sitz in Tampa, Florida, vom New Yorker Private-Equity-Unternehmen Providence aufgekauft wurde. Das Unterfangen der amerikanischen Geschäftemacher soll sich nicht nur auf den Ironman erstrecken, sondern bald auch andere Ausdauersportarten erfassen. Der Einstieg oder sogar die Übernahme des Frankfurter Radklassikers könnte mittelfristig so ein Ziel sein. Die derzeit handelnden Personen lehnen noch jede Stellungnahme dazu ab.