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29. Oktober 2012

Marathon Frankfurt Frauen: Das kecke Debüt der Meselech Melkamu

 Von Frank Hellmann
Gefeiert bei den Frauen: Meselech Melkamu. Foto: dapd

Das Rennen der Frauen taugt beim Marathon in Frankfurt fürs Geschichtsbuch. Vorneweg Meselech Melkamu: Die Äthiopierin siegt mit neuem Streckenrekord. Melkamu gelingt damit in Frankfurt das weltweit drittschnellste Marathon-Debüt.

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Seit einem Jahrzehnt stellt Christoph Kopp bereits das Elitefeld für den Frankfurt Marathon zusammen. Der gebürtige Berliner ist in der Branche bestens vernetzt, kaum einer sammelt so akribisch Informationen über die Szene. Er kennt die Talente und Trends, er beurteilt die Profis und die Perspektiven. Dass der 64-Jährige seit jeher auch die Startnummern vergibt, gehört auch zu seinem Aufgabenbereich. Und in jedem Jahr sind Insider schon ganz gebannt, wem der gewichtige Kenner denn bei Männern und Frauen die Nummer sieben zuteilt.

Kein Geheimnis mehr, dass Kopp damit seinen persönlichen Favoriten kürt. Und wie gut der Sportliche Leiter in Frankfurt damit wieder lag: Bei den Männern trug der spätere Zweitplatzierte Deressa Chimsa diese Nummer am dünnen Kunstfaserleibchen, bei den Frauen eine gewisse Meselech Melkamu. Konnte es daher Zufall sein, dass die Dame mit dem goldenen Haarschopf das wahre Husarenstück dieses Marathons vollbrachte?

Training in Addis Abeba

Bei all dem Rummel um die gescheiterte Rekordjagd der Männer ging beinahe ein bisschen unter, dass das Frauen-Rennen fürs Geschichtsbuch taugte. Denn die 27-jährige Äthiopierin unterbot nach 2:21:01 Stunden leichten Schritts den erst im Vorjahr aufgestellten Streckenrekord ihrer Landsfrau Mamitu Daska. „Die Frauen haben hervorragend funktioniert“, erklärte Kopp später mit einem Grinsen, „es freut mich, dass ich immer richtig liege.“

„Ich wollte eigentlich noch schneller laufen, es war nur ein bisschen kalt hier“, sagte die mit 70.000 Prämie entlohnte Athletin. Sie schaffte es damit auch, das ambitionierte Motto dieses Marathons, den überall präsenten Slogan „laufend besser“, für die Spitze mit Leben zu füllen.

Wer ist diese Frau, die in Frankfurt das drittschnellste Debüt über die 42,195 Kilometer auf der Welt gegeben hat? Sie lebt und trainiert in der Hauptstadt Addis Abeba mit ihrem Förderer Getaneh Tessema, der unter anderem die Marathon-Olympiasiegerin Tiki Gelana formte. Seine neueste Entdeckung für die klassische Distanz ist die Afrika-Rekordhaltern über 10.000 Meter (29:53:80 Minuten), die bei der WM 2009 in Berlin über diese Distanz die Silbermedaille gewann.

Ihre Marathon-Premiere galt als eine der vielversprechendsten in diesem Jahr, denn bislang hatte sie noch keine Wettkämpfe über längere Distanz bestritten. Nun aber will sie dort bleiben, „ich werde einige Monate pausieren und dann viel trainieren.“ Den Vorstoß in die absolute Weltspitze halten viele für sie für möglich. Ihr Erfolgsgeheimnis? „Hartes Training in der Heimat.“

Nur die Distanz als Hindernis

Als ihre wichtigste Trainingspartnerin dient dabei Bezunesh Bekele, die indes als Vierte (2:23:58) ebenso wie die Kenianerin Georgina Rono (2:21:39) und die Titelverteidigerin Mamitu Daska (2:23:52) nicht folgen konnte.

Insgesamt vermochten elf der besten 15 Frauen in Frankfurt ihre persönliche Bestzeit unterbieten – eine Tatsache, die Kopp besonders gefiel, „weil es zeigt, dass das Wetter doch nicht so schlecht gewesen ist für gute Zeiten.“
Ganz am Ende ist seine Siegerin nur noch gefragt worden, was denn das schwierigste an der Strecke zwischen Innenstadt, Höchst und Mainzer Landstraße gewesen sei. Meselech Melkamu überlegte nicht lange. Ehrliche Antwort: „Die Distanz!“

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