Viermal hat der Kenianer Robert K. Cheruiyot bislang den Marathon-Klassiker in Boston gewonnen. Und viele der mehr als 100.000 Zuschauer an der Strecke - und sogar einige Journalisten - glaubten, am Montag Augenzeuge seines fünften Triumphes geworden zu sein: Nach 2:05:52 Stunden lief Robert K. Cheruiyot in neuer Streckenrekordzeit über die Ziellinie.
Ein alter Bekannter? Nein, ein junger Bursche. Denn der Gewinner hieß Robert Kiprono Cheruiyot und war nicht Serien-Sieger Robert Kipkoech Cheruiyot. Der hatte vor einem Monat bereits seinen Start wegen einer Verletzung abgesagt. "Viele Leute verwechseln mich mit Robert Kipkoech. Wir sprechen dieselbe Sprache, kommen aber aus verschiedenen Gegenden", erklärte Sieger Cheruiyot und stellte klar, dass er mit seinem Namensvetter nicht verwandt ist.
Vielversprechende Zeit
Während der 21-Jährige in Bomet im kenianischen Westen aufwuchs, stammt sein zehn Jahre älterer Landsmann aus dem etwas nördlicheren Eldoret. Der Name Cheruiyot ist in Kenia so geläufig wie Müller, Meier oder Schmidt in Deutschland. Allein auf der Homepage des Leichtathletik-Weltverbands IAAF werden 36 männliche Cheruiyots geführt.
Ein bisschen hat aber auch Robert Kipkoech Cheruiyot zum Erfolg seines jüngeren Mannschaftskollegen beigetragen, der sich vor dem Äthiopier Tekeste Kebede (2:07:23) sowie dessen Landsmann, Vorjahressieger Deriba Merga (2:08:39), durchsetzte. "Wir haben uns vor zwei Monaten getroffen, und da sagte er mir, ich solle anfangs in einer Gruppe laufen und anziehen, sobald ich merke, dass die anderen schwächer werden. Und falls mir jemand folgen würde, sollte ich mich einfach wieder fallen lassen, um Kräfte zu sparen", erzählte der Sieger.
Eigentlich wollte Cheruiyot nur seine Vorjahreszeit von 2:10:06 Stunden unterbieten. Bei Kilometer 38 habe er dann jedoch gespürt, dass er Streckenrekord laufen kann und deshalb noch einmal alles gegeben. Dies brachte ihm neben der Siegprämie von 150000 Dollar zusätzlich 25000 Dollar für die Bestzeit ein. Mit seiner Zeit auf dem hügeligen und windanfälligen Kurs hat Cheruiyot den in Berlin gelaufenen Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrsalaisse (2:03:59) zwar um 1:53 Minuten verpasst, mit 21 Jahren aber ein Ausrufezeichen gesetzt. Die bisherige Boston-Bestmarke von 2:07:14 Stunden verbesserte Cheruiyot um 82 Sekunden. (dpa)