Die Straßen. Die Wälder. Bei 80 Millionen Einwohnern und großer Siedlungsdichte hätte Cameron Brown nicht angenommen, dass es so fantastische Trainingsgelegenheiten in Deutschland gibt. Und so schwärmt einer der beständigsten Triathlon-Langdistanzler der vergangenen Jahre von den schnellen, glatten Straßen und dem weichen Untergrund in den Wäldern.
Zum ersten Mal ist der Ironman Frankfurt-Sieger von 2006 und Hawaii-Zweite von 2005 vier Wochen vor dem, wie er meint, "zweithärtesten Rennen der Welt" ins Rhein-Main-Gebiet gekommen. In den Jahren zuvor war er mit neuseeländischen Landsleuten nach Südfrankreich gepilgert - doch zur Vorbereitung auf die europäischen Langdistanzmeisterschaft, als die der Ironman in Frankfurt gilt, hat er sich im Triathlon-Haus des DSW 1912 Darmstadt angesiedelt.
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Sich frühzeitig mit Klima und Zeitzone in Europa anzufreunden war ein Tipp von Trainingskumpel Chris McCormack, der ebenso in Frankfurt starten wird. Der residiert regelmäßig in Wiesbaden bei einem seiner Sponsoren, Cameron Brown hingegen vertraut der neuseeländischen Triathlon-Community bei der Auswahl seiner Domizils: Tony Dodds und Dylan McNeice etwa, die sich für das Darmstädter StartNet-Team in der Triathlon-Bundesliga ins Zeug legen. Eine "Kiwi-Connection" hat sich da gebildet.
Brown will seinen Sieg von 2006 wiederholen, weiß jedoch um die starke Konkurrenz: Außer McCormack treten Andreas Raelert, der Hawaii-Dritte des vergangenen Jahres, und Timo Bracht, Frankfurt-Sieger von 2007 und 2009 an. Auch DSW-Mitglied Lothar Leder, der seinen Frieden mit den Veranstaltern des hiesigen Ironman gemacht hat, tritt wieder an.
So drehen Lothar Leder, der eher ruhige CameronBrown und "big mouth" Chris McCormack gelegentlich Trainingsrunden miteinander und beäugen die Form der jeweils anderen. Im Rennen am 4. Juli soll es aber dann zur Sache gehen, Freundschaft hin oder her.
Im Gegensatz zu manch anderem Top-Triathleten ist sich "Cam" sicher, dass ihm das scharfe Rennen in Frankfurt nicht zu viel Körner aus den Beinen zieht, um in Hawaii noch eine Spitzenplatzierung erreichen zu können. Vier Monate Regenerationsphase reichen dem Kiwi, der sich seine Hawaii-Qualifikation beim Ironman in seiner Heimat geholt hat. Mit einem Sieg, selbstverständlich. Dem insgesamt neunten in Taupo.