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Triathlet Frank Vytrisal: Besser Amateur geblieben

Für Frank Vytrisal könnte der Ironman am Sonntag den Abschied vom Wettkampfsport bedeuten. Die Jahre als Profi möchte er nicht missen - auch wenn er als Amateur erfolgreicher war. Von Oliver Bechmann

Triathlon-Profi Frank Vytrisal hat seine guten Trainingsleistungen im Wettkampf nicht umsetzen können.
Triathlon-Profi Frank Vytrisal hat seine guten Trainingsleistungen im Wettkampf nicht umsetzen können.
Foto: Arnold

Showdown für Frank Vytrisal: Einmal will es der hessische Triathlet noch wissen. Eine gute Platzierung beim Ironman Frankfurt am Sonntag muss her, sonst war´s das. Nicht nur mit der Profilaufbahn, sondern mit dem Wettkampftriathlon schlechthin.

Unter die ersten Fünf will Vytrisal kommen. Sollte das klappen und er die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Hawaii erlangen, ist trotzdem nicht sicher, dass er Anfang Oktober nach Kona fliegt. Immer wollte der gerne als Ausnahmetalent Apostrophierte unter die ersten Zehn in Hawaii kommen, doch im Vorjahr "musste ich mir eingestehen, dass ich vielleicht genetisch dafür doch nicht geeignet bin". Nie mehr wieder, hatte er sich damals gesagt: "Es war fürchterlich."

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2007 war´s, da schaffte er es beim Ironman Frankfurt aufs Podium, legte den besten Radsplit hin. Als Dritter fuhr der Berufsschullehrer nach Hawaii und festigte seinen Ruf als Amateur, der die Profis das Fürchten lehrt: Er wurde als 14. bester Deutscher und wagte den Schritt ins Profilager. Der, so resümiert Vytrisal heute, hat sich nicht so recht gelohnt. Die schönste Zeit seines Lebens seien die vergangenen drei Jahre zwar gewesen, aber die Erfolge blieben trotz sehr guter Trainingsleistungen aus. "Ich hoffe, dass ich die halt auch mal im Wettkampf umsetzen kann."

Dass er als Profi schlechter denn als Amateur abgeschnitten hat, dafür hat Vytrisal eine eher überraschende Erklärung parat: die Professionalität. Mit 20 Stunden Training pro Woche hat er zweimal in Frankfurt als Dritter abgeschnitten, als Profi trainiert er 35 Stunden pro Woche. "Das ist man nicht gewohnt, und da besteht die Gefahr, dass man an der Schraube dreht - und die auch abdreht." Wer einem Beruf nachgeht, wird quasi zur Regeneration gezwungen. Und die ist für den Wettkampferfolg genauso wichtig wie das Training.

Im Vergleich zu früher seien die Rennen wesentlich taktischer geworden, sagt der 44-Jährige. "In Frankfurt sind sehr schnelle Schwimmer dabei, die haben kein Interesse, dass es eine erste große Radgruppe gibt." Daher will er wenigstens in der zweiten Radgruppe dabei sein. Doch wenn am 4. Juli nichts geht, geht danach die Familie endgültig vor. Die hat lange genug zurückgesteckt.

Autor:  Oliver Bechmann
Datum:  30 | 6 | 2010
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