Sydney. Die deutschen Triathlon-Asse sind zum Auftakt der Weltmeisterschafts-Serie in Sydney tief gefallen. Im Schatten des Opernhauses stürzten Olympiasieger Jan Frodeno und 2007- Weltmeister Daniel Unger nach einem Crash kurz vor der Rad- Wechselzone und vergaben alle Siegchancen. Unger (Bad Saulgau) kam nach 30 Schrecksekunden als 29. noch auf 1:54:08 Stunden. Der Saarbrücker Frodeno (1:54:16) rappelte sich wenig später auf und musste sich unter Schmerzen mit dem 32. Platz zufriedengeben. Sieger über die olympische Distanz von 1,5 Kilometer Schwimmen, 40 Kilometer Radfahren, zehn Kilometer Laufen wurde Bevan Docherty (Neuseeland/1:51:27) vor dem Russen Alexander Bruchankow (1:51:33).
"Plötzlich wurde es in der großen Gruppe sehr eng, und ein Athlet drückte mich förmlich in die Gitter und dann lag ich schon am Boden. Im ersten Moment hatte ich abartige Schmerzen im Oberschenkel", beschrieb Frodeno die Szene. Unger trug eine Oberschenkelzerrung davon: "Ich bin frustriert, die Form war da, ich konnte aber die volle Leistung nicht mehr abrufen", sagte Unger.
"Ich war voller Optimismus vor dem Rennen. Der Sturz ist Pech, sonst wäre bestimmt eine Top-Ten-Platzierung drin gewesen", sagte DTU-Sportdirektor Wolfgang Thiel. Die Saarbrücker Trainingskollegen hatten sich auf Mallorca und in Südafrika nach Pleiten und Pannen im Jahr 2009 akribisch vorbereitet.
Laut Thiel wird das Duo an der Spitze des A-Kaders mit dem WM- Vorjahresdritten Mike Petzold (Potsdam) am 8. Mai in Südkorea an den Start gehen. "Ich verlasse Australien mit dem Wissen, dass die Form eigentlich stimmt und hoffe, dass ich bald zeigen kann was wirklich in mir steckt", schrieb Frodeno auf seiner Internetseite. "Ich will als erster Olympiasieger und Weltmeister werden."
Die mit ebenfalls mit großen Hoffnungen gestartete Anja Dittmer (Neubrandenburg/2:06:38) wurde 20. Den 35. Rang von Kathrin Müller (Witten/2:10:24) bewertet Thiel als "indiskutabel". Ricarda Lisk (Waiblingen) gab wegen Nachwirkungen einer Erkältung auf. Siegerin wurde die Chilenin Barbara Riveros Diaz (2:04:19) vor Andrea Hewitt (2:04:19/Neuseeland).
Die WM wird zum zweiten Mal seit 1999 bei den Männern und Frauen nicht mehr in einem einzelnen Rennen, sondern in einer acht Wettkämpfe umfassenden Serie ermittelt - das Finale findet am 8. September in Budapest statt. Jeder Athlet kann bis dahin maximal vier der sieben Rennen in die Gesamtwertung einbringen. (dpa)