Seit 20 Tagen ist der Gazastreifen für Hunderte in Israel akkreditierte Auslandskorrespondenten dicht. Ob die Versorgungslage der 1,5 Millionen Palästinenser dort so knapp ist, wie von der Hamas, aber auch internationalen Hilfsorganisationen erklärt, lässt sich nicht überprüfen, jedenfalls nicht von unabhängigen Medien. Fernsehbilder lassen auf wachsende Not schließen: Kinder machen wegen Stromausfalls bei Kerzenlicht Schulaufgaben; Kliniken können Inkubationszelte für Neugeborene nur solange betreiben, wie Reserven für die Generatoren reichen. Bilder, die schockieren.
Sie kommen per Satellit oder Internet nach draußen, gefilmt von palästinensischen Kameraleuten. Seit vor drei Wochen fast täglich wieder palästinensische Kassem-Raketen ins israelische Grenzgebiet flogen, ist der Personenübergang Eres für ausländische Journalisten zu - auf Weisung des Verteidigungsministeriums in Tel Aviv.
Dagegen hat die Foreign Press Association am Montag vor dem Obersten Gericht in Jerusalem eine Petition eingereicht. Ihr Inhalt: Gaza im Sinne der Presse- und Meinungsfreiheit für Journalisten zu öffnen. Die Organisation der Auslandskorrespondenten bezweifelt, dass der Pressebann nur aus Sicherheitsgründen verhängt wurde. So hatte ein Sprecher der Verteidigungsbehörde, Schlomo Dror, die Sache damit gerechtfertigt, man sei in Israel "verstimmt" über die Art der Berichterstattung aus Gaza, die das Leiden der Palästinenser übertrieben darstelle.
Früher war selbst bei Gewalteskalationen der Zugang Eres für Auslandsjournalisten offen geblieben. Darauf wiesen jetzt die Vorsitzenden großer Medienanstalten, darunter ARD und ZDF, in einem Protestbrief an das israelische Premierbüro hin. In Israels Außenamt sorgt man sich nun um den Imageschaden. Im Ausland komme das als "Maulkorbpolitik" an.
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