Sie wollen sich nicht dem Druck der Verhältnisse beugen, sondern selbst über ihr Leben verfügen. In prekären Zusammenhängen lebende Menschen nehmen eine unsichere Existenz in Kauf und leisten sich den "Luxus, etwas zu tun, dessen Ausgang ich nicht kenne", wie es die Musikerin Bernadette La Hengst sagt. Die Dokumentation "Prekär, frei und Spaß dabei!" von Marita Neher bietet Einblicke in eine Gruppe von Menschen, deren Lebensentwürfe, künstlerische Produktion und politischen Anspruch verbinden.
Musikerin und Autorin Christiane Rösinger von der Berliner Band Britta nennt als Motiv den Willen zum Ausbruch aus der Enge der badischen Provinz. Vom Versuch, "Brücken zu schlagen zwischen der globalisierten Welt und meinem Einzelleben", spricht Bernadette La Hengst, die auch in Projekten mit Arbeitslosen einen soziokulturellen Ansatz verficht.
"Prekär, frei und Spaß dabei!", Arte, 22.20 Uhr.
Die Organisationen der Prekären rufen nicht zu Demonstrationen auf, sie ziehen mit Paraden durch die Städte. Es gehe darum, neue Bilder zu schaffen, sagt der Berliner Aktivist Arndt. Die Figur des Superhelden stehe dabei als Symbol für ein politisches Potenzial, für "die Macht, die wir eigentlich haben, um diese Gesellschaft in unserem Sinne zu verändern".
Marita Neher lässt allein die Menschen und die Bilder sprechen, ohne Off-Kommentar. Sie nimmt sich Zeit für einen ebenso einlässlichen wie dichten Film.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.