In der Regel ist das, was die Redakteure von ARD-aktuell produzieren, angenehm unaufgeregt. Manche sagen "Tagesschau" und "Tagesthemen" gar einen amtlichen Charakter nach. Jetzt sorgten die Hamburger aber für Aufsehen. Denn neuerdings kann sich jedermann auf den Internetseiten der Redaktion eine interaktive Version der "Tagesthemen" ansehen. Darin können die Zuschauer Caren Miosga per Mausklick unterbrechen, um Beiträge aus dem Archiv oder Grafiken abzurufen. Die Probeversion, die während des Wahlkampfs in den USA produziert wurde, bietet etwa Hintergründe zu den Kandidaten und einen Besuch im Weißen Haus.
Die Sache sorgte für Furore, weil der Spiegel in seiner heutigen Ausgabe darüber berichtet und das am Samstag vorab auch schon im Netz tat. Das Nachrichtenmagazin schreibt, es sei "denkbar", dass dieses Format wöchentlich mit den Top-Themen der Woche in Serie gehe. Das war tatsächlich einmal eine Überlegung, die aber längst vom Tisch ist. Denn in Hamburg mussten sie registrieren, dass das Format zu teuer ist und vor allem nur mühsam aktualisiert werden kann.
Mit einem ähnlichen, aber eben deutlich günstigeren Modell will die ARD trotzdem schon bald das Fernsehen mit dem Internet verschmelzen. Dafür soll nach Informationen der Frankfurter Rundschau voraussichtlich von März an die 20-Uhr-Ausgabe der "Tagesschau" multimedial werden - und das jeden Tag und in Echtzeit. Alle anderen Ausgaben samt "Tagesthemen" und "Nachtmagazin" sollen folgen.
Im Gegensatz zur am Wochenende präsentierten Entwicklung wird keine zusätzliche Sendung für das Internet produziert, sondern die Abläufe der regulären Ausgaben mit Verweisen auf Videos und Internetseiten wie den Dossiers auf "tagesschau.de" verknüpft. Dann kann sich der Zuschauer, der statt des TV-Geräts den PC anknipst, schon während der Ausstrahlung durch Hintergründiges klicken. Verpassen wird er nichts: Klickt er auf ein in die laufende Sendung eingeblendetes Symbol, um auf einer Internetseite oder einem Video zu landen, hält die Sendung an. Im Hintergrund zeichnet der Computer die restliche Sendung auf, die dann auf Knopfdruck weiterläuft.
Mit derselben Technik, die im NDR entwickelt wurde, sollen auch Magazine wie "Zapp" oder "Panorama" aufgepeppt werden. Und das kann zweifelsfrei ein Mehrwert sein. Denn die Zuschauer werden sich etwa die brisanten Dokumente direkt aus der Sendung auf den Schirm holen können, aus denen die Reporter sonst nur partiell zitieren.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Genau die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.