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14. Januar 2013

„Tod einer Polizistin“, ZDF: Unter Platzhirschen

 Von Martina Ribbert
Von der Theorie in die Praxis: Jungpolizistin Lena (Rosalie Thomass).  Foto: zdf/Volker Roloff

Der Krimi „Tod einer Polizistin“ kommt als klassischer Polizeithriller zunächst etwas behäbig daher. Doch die Gewissheit des Zuschauers, das Geschehen bereits bestens durchschaut zu haben, trügt.

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Es ist einer dieser sorgsam inszenierten Filme, die ihr Publikum lange in der trügerischen Gewissheit halten, alles Geschehen bestens durchdrungen zu haben, die den Zuschauer aber gerade mit diesem Gutglauben total in die Irre führen. Denn wenn „Tod einer Polizistin“, der als klassischer Polizeithriller zunächst ein wenig behäbig daherkommt, seine letzte Trumpfkarte aufdeckt, ist das eigentliche Spiel schon lange gelaufen. Verblüfft wirft man das eigene Blatt auf den Tisch, und möchte sofort „nachskaten“. Also den Film gleich noch einmal ansehen, um die versteckten Hinweise und frühen inszenatorischen Anspielungen auf die „eigentliche“ Geschichte zu entdecken.

Und tatsächlich! Die Spuren wurden von Autor Magnus Vattrodt und Regisseur Matti Geschonneck allesamt korrekt ausgelegt (sie werden hier aber natürlich nicht verraten), und hätte man sie beim ersten Hinsehen entdeckt und verfolgt, man wäre schon beim ersten Mal einem ganz anderen Film auf der Spur gewesen. Dass dies nicht gelingen kann, ist nicht zuletzt den hervorragenden Schauspielern zu verdanken, welche die Abgründe ihre Figuren vor jeglicher vorzeitigen Entdeckung sorgsam schützen.

Der pensionierte Superbulle Bruno Theweleit (Götz George) kann es nicht lassen. Als weithin respektierter Silberrücken schult er Dienstanwärter an der Polizeiakademie. Die junge Beamtin Lena (Rosalie Thomass) gehört zu seinen besten Schülerinnen. Als dem Schwerverbrecher Frank Keller (Jürgen Vogel), dem nach abgebüßter lebenslanger Haft auch noch die Sicherheitsverwahrung droht, der Ausbruch aus dem Gefängnis gelingt, wird Lena als Personenschützerin ausgerechnet vor Theweleits Haus postiert. Denn der Ausbrecher sucht offenbar nicht das Weite, sondern will Rache, an denen, die ihn vor Jahrzehnten in den Knast gebracht haben: Sein ehemaliger Kompagnon Samir ist deshalb schon untergetaucht.

Ein Generationenduell

Bruno Theweleit, der Keller seinerzeit für den Mord an einer Polizistin verhaftet hatte, will sich nicht davonstehlen. Aber wie es aussieht, ist der Stolz des Alten eine lebensgefährliche Selbstüberschätzung. Nur im letzten Moment kann Lena ihren Dozenten vor den Angriffen Kellers retten. Diese Schmach kann Theweleit nicht auf sich sitzen lassen. So beschließt er, den Flüchtigen selbst zur Strecke zu bringen, während Keller seinerseits nichts unversucht lässt, seinen untergetauchten Kumpel Samir zu finden.

Steckt wirklich nur männliche Rachephantasie hinter diesem allgemeinen Jagdfieber?, fragt sich Lena bald und heftet sich eigenmächtig an die Fährte ihres Ausbilders und großen Vorbilds. Dass sie plötzlich mehr Fragen als Antworten zu dem alten Fall „Keller“ hat, findet nun wieder ihr Chef (Uwe Kockisch) überhaupt nicht komisch.

Wie in der Filmhandlung war Rosalie Thomass auch am Set gleich von zwei Platzhirschen umzingelt und musste sich vor allem gegen den raumgreifenden George behaupten. Matti Geschonneck machte sich dieses Generationenduell zunutze. Im Film und vielleicht auch am Set. Sie habe sich ihre Filmfigur zum Vorbild genommen, erklärte Thomass in einem Interview, und habe versucht, den Respekt vor den Kollegen nicht mit Angst zu verwechseln, sondern unbeirrt ihren eigenen Weg zu gehen. Diese Machtprobe ist eindeutig zu ihren Gunsten ausgegangen.

Tod einer Polizistin, Montag, 20.15 Uhr, ZDF

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