Dieser Fall geht Frau Kriminalrätin Doktor Eva Prohacek besonders nahe. Nicht der Fall an sich, hier handelt es sich mal wieder um rumänische Autodiebe, sondern die Sache dahinter. In der wird sie diesmal selbst zur Zielscheibe und aus der sonst recht unerschütterlichen internen Ermittlerin ein zusehends verängstigter Mensch.
Vordergründig geht es in der 14. Folge dieser hochgelobten Krimireihe um eine brutale Bande, die seit Wochen Autofahrer aus ihren Wagen zerrt und die erbeuteten Mobile nach Osteuropa karrt. An die Spitze der "Soko Parkplatz" hat sich der Kommissariatsleiter (Gerd Anthoff) höchstselbst gestellt, seine Erkenntnisse allerdings sind mehr als mangelhaft.
Viel mehr, als dass es in den eigenen Reihen eine undichte Stelle gibt, hat der Chef nicht herausgefunden. Also bittet er seine ihm in herzlicher Feindschaft verbundene Kollegin Prohacek (Senta Berger) um Amtshilfe. Doch die hat im Moment genug mit sich zu tun. Die leidenschaftliche Raucherin kommt gerade von einer Lungenuntersuchung und befürchtet das Schlimmste.
"Tausend Augen" heißt der Krimi, der Titel verweist auf die eigentliche Geschichte. Der große Unbekannte hackt sich nämlich nicht nur in alle möglichen Datennetze, der technische Fortschritt in der Mikroelektronik ermöglicht ihm auch eine nahezu grenzenlose Beobachtung und Kontrolle der Ermittlungen. Regisseur Florian Kern verdeutlicht diese totale Überwachung, indem er immer wieder gern mit der Kamera auf Kameras zeigt oder wahlweise Zahlenkolonnen auf Monitoren ablichtet. Doch weil sich der Grusel nach der zweiten Kamera und dem dritten Monitor doch etwas legt, kommt es auch noch zum traditionellen, analogen Überfall auf Frau Kriminalrätin. Händisch, wie man heute zu sagen pflegt.
Natürlich ist es immer schön, wenn es in einem Krimi noch um etwas mehr geht als um Mord und Totschlag. In diesem Fall aber schiebt der Film sein Thema etwas zu kräftig vor sich her. Schon klar, hier geht es um die Gefahr durch die modernen Medien, die alles Private öffentlich machen und den Schutz persönlicher Daten per Tastendruck aushebeln. Mit einem ordentlichen Laptop und einiger Fingerfertigkeit lässt sich so alles und jeder erfassen.
Leider vermittelt das Drehbuch diese betrübliche Gewissheit eher frontaldidaktisch. "Das bedeutet?" und "Das heißt also?", fragt irgendein Ahnungsloser mit schreckgeweiteten Augen. "Das bedeutet" und "Genau. Das heißt es", doziert der polizeiliche Computerexperte. Nicht nur deshalb fällt dieser Film ein wenig hinter den Anspruch der Reihe zurück. Auch wenn das natürlich Klagen auf immer noch hohem Niveau sind
Unter Verdacht: Tausend Augen, 21.00 Uhr, Arte
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.