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Medien

02. Dezember 2015

Agenda 2018: "Spiegel" streicht 150 Stellen

Der Spiegel muss sparen - und spart auch an den Beschäftigungen.  Foto: epd

Der Verlag des "Spiegel" muss wegen rückläufiger Umsätze sparen. Er sieht Einsparungen von rund 15 Millionen Euro und einen Stellenabbau vor. Gleichzeitig sollen einige "Spiegel Online"-Inhalte kostenpflichtig werden.

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Hamburg –  

Der Verlag des Nachrichtenmagazins «Der Spiegel» baut mit seinem Sparprogramm rund 150 Stellen ab. Das ist etwa jeder fünfte Arbeitsplatz, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte.

Den Angaben zufolge sollen möglichst bis Ende 2016 rund 35 Vollzeitstellen in der Print-Redaktion, 14 in der Dokumentation und 100 im Verlagshaus (Verwaltung/Anzeigen) wegfallen. Betriebsbedingte Kündigungen seien zunächst bis 31. Mai 2016 ausgeschlossen, ergänzte Spiegel-Verlagsgeschäftsführer Thomas Hass.

Gleichzeitig beschlossen Chefredaktion und Verlag für ein Wachstumsprogramm elf Projekte. Neben neuen mobilen Angeboten sowie Bezahlangeboten auf «Spiegel Online» wird von Februar 2016 an für drei Monate ein «Spiegel»-Regionalteil für Nordrhein-Westfalen getestet. «Wir werden gerade jenes experimentierfreudige und moderne Medienhaus, das wir sein wollen», sagte «Spiegel»-Chefredakteur Klaus Brinkbäumer.

«Spiegel Online»-Inhalte sollen zum Teil kostenpflichtig werden. Gestartet werde damit «in den nächsten hundert Tagen». Preise für die Nutzer wurden noch nicht genannt. «Wir tasten uns heran», sagte der Verlagschef.

Die am 11. Dezember erscheinende neue «Spiegel»-App biete «Scrollen statt Blättern» und mehr multimediale Inhalte, berichtete der Chefredakteur von «Spiegel Online», Florian Harms. Der Einzelverkauf von «Spiegel»-Berichten auf der Nachrichtenplattform werde künftig prominent platziert und mit «Flatrates» gekoppelt.

Prominent platzierte Flatrates

Das bislang defizitäre englischsprachige Internet-Angebot «Spiegel International» soll im ersten Halbjahr 2016 ebenfalls auf «Bezahlen» umgestellt und mit neuen Formaten ausgebaut werden.

«Wir glauben, eine wesentliche journalistische Stimme aus Deutschland zu sein», sagte Brinkbäumer. Ein tägliches Bezahlprodukt - Arbeitstitel: «Spiegel daily» - soll spätnachmittags die wichtigsten Schlagzeilen des Tages erklären und das «Beste aus sozialen Medien» kuratieren. «Es wird fokussiert sein», kündigte Harms an. Geplanter Start ist ebenfalls das erste Halbjahr des kommenden Jahres.

Im Juni hatte das Unternehmen angekündigt, dauerhaft rund 15 Millionen Euro im Jahresetat von Print-Redaktion, Dokumentation und Verlag einsparen zu wollen. Es gebe zum Stellenabbau keine Alternative, «wenn wir die wirtschaftliche Zukunft unseres Unternehmens sichern wollen», kündigte Hass in Hamburg an. «Es geht darum, den Verlag moderner, flexibler und agiler aufzustellen.»

Beim Stellenabbau sollen nach Angaben des Verlagsgeschäftsführers Fluktuation, Vorruhestandsregelungen sowie Transfer-Modelle genutzt werden. Die Gespräche mit dem Betriebsrat liefen an, ergänzte Hass.

Auch Solidarmodelle aus der Belegschaft wie Gehaltsverzicht oder kürzere Arbeitszeiten würden «ernsthaft geprüft». Die Mitarbeiter seien über den Stellenabbau informiert, berichtete Hass. «Es ist eine traurige Gefasstheit, was die Restrukturierung betrifft.» Außer bei Spiegel-TV hat es im Verlag zuvor noch keine betriebsbedingten Kündigungen gegeben. Die Töchterfirmen, zu denen auch das Nachrichtenportal (173 Redakteure) gehört, seien nicht vom Stelleneinschnitt betroffen.

Trotz der Restrukturierungskosten mit Rückstellungen bereits in diesem Jahr wird der Verlag nach Angaben seines Geschäftsführers einen «kleinen positiven» Jahresüberschuss ausschütten. Beim Umsatz erwartet Hass erneut einen Rückgang im einstelligen Millionen-Bereich. Die Erlöse betrugen 2014 rund 285 Millionen Euro. Das Wachstumsprogramm soll von 2019 an mindestens 20 Millionen Euro jährlich einbringen.

Der Gewinn 2015 wird wie üblich an die Gesellschafter ausgeschüttet. Das sind die Mitarbeiter-KG, der Hamburger Verlag Gruner + Jahr und die Familie Augstein. Sie haben der Agenda und dem Stellenabbau nach Verlagsangaben zugestimmt. (dpa)

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