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Andreas Krautscheid im Interview: "Kein Respekt vor Kreativität"

Andreas Krautscheid, als Minister in Nordrhein-Westfalen für Medien zuständig, spricht im Interview mit der Frankfurter Rundschau über die Krise derselben.

Andreas Krautscheid (48) ist als Minister in Nordrhein-Westfalen für Medien zuständig.
Andreas Krautscheid (48) ist als Minister in Nordrhein-Westfalen für Medien zuständig.
Foto: ddp

Herr Krautscheid, "Medien in der Krise" ist das heimliche Thema des medienforums nrw. Die Zeitungen sind besonders betroffen, die WAZ-Gruppe wird hunderte Stellen abbauen. Gibt es Pläne der Unterstützung?

Nein. Ich halte von Subventionen gar nichts, da sofort die Diskussion aufkommt, wer wie viel bekommen soll. Die Gefahr der Wettbewerbsverzerrung wäre zu groß. Allerdings interessiert mich besonders, ob die Einsparungen - bei der WAZ oder einer anderen Zeitung - Einfluss auf journalistische Qualität und Vielfalt haben. Das betrifft vor allem die regionale und lokale Berichterstattung, die das stärkste emotionale Bindeglied zu den Lesern bildet. Politisch konzentrieren wir uns eher auf die Schaffung guter Rahmenbedingungen.

Medienforum NRW

"Medien in Bewegung" ist das Motto des Medienforum NRW, das heute in Köln beginnt und bis 24. Juni Vorträge und Debatten bietet.

Was bedeutet das hinsichtlich des Engagements der Printmedien in den neuen Medien?

Die Gesetzgebung zieht hier noch zu enge Grenzen. Ich halte es für richtig, wenn Zeitungshäuser sich zu umfassenden Medienhäusern weiterentwickeln wollen: etwa mit Präsenz im Internet und im lokalen TV. Mit unserem neuen Landesmediengesetz wollen wir solche Expansionen grundsätzlich erleichtern, aber auch darüber wachen, dass auflagenstarke Verlage mit dem Einstieg ins lokale Fernsehen keine Monopolstellung erhalten. Die Meinungsvielfalt muss gewahrt bleiben. Im Internet sehen wir wenig Regulierungsbedarf. Hier haben die Verlage sicherlich auch noch nicht das Potential ausgeschöpft, das das Netz bietet.

Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für die Branche?

Es gibt jede Menge Handlungsfelder in einer globalisierten Welt, in der der Schutz geistigen Eigentums nicht mehr sicher gestellt ist. Da alles umsonst im Internet zu haben ist, verliert sich auch der Respekt vor dem Kreativakt. Wie man das geistige Urheberrecht des einzelnen im Internet schützt - das wird das Thema der nächsten Monate sein. Das Internet darf bei allen wunderbaren Möglichkeiten kein rechtsfreier Raum bleiben. Das muss in Deutschland und auch international auf einer juristischen und gesellschaftlichen Ebene diskutiert werden. Gerade der Schutz geistigen Eigentums könnte ein gutes Thema sein, bei dem Europa als gemeinsamer Kulturraum auftritt.

Interviwew: Wilfried Urbe

Datum:  22 | 6 | 2009
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