Medien

21. März 2009

Attac: Gefälschte ZEIT-Berichte verteilt

Attac hat eine gefälschte Ausgabe verteilt. Foto: ddp

Klimasünder werden zur Kasse gebeten, Opel ist in Belegschaftshand, viele Banken sind verstaatlicht: Mit 150.000 gefälschten Exemplaren der Wochenzeitung "Die Zeit" hat Attac die Zukunft beschrieben.

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Frankfurt/Main. Mit 150.000 gefälschten Exemplaren der Wochenzeitung "Die Zeit" hat das globalisierungskritische Netzwerk Attac eine mögliche Zukunft nach der Wirtschaftskrise beschrieben. Die falsche "Zeit" datiert auf den 1. Mai 2010 und hat das Titelthema "Am Ende des Tunnels". "Alles was in den Artikeln geschrieben wird, könnte man innerhalb von 13 Monaten umsetzen", sagte Heike Sundermann von Attac in Frankfurt am Main.

Die am Samstag bundesweit verteilte Ausgabe ist auch im Internet unter www.die-zeit.net zu finden, ergänzt durch Videos, so etwa einer Fälschung eines "Tagesthemen"-Beitrags. Angeregt wurde die Aktion durch die Fälschung der "New York Times", die im vergangenen November weltweit Schlagzeilen gemacht hatte.

"Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo sagte nach einer Mitteilung über die Aktion: "Eine Fälschung der "Zeit" Print wie online können wir natürlich niemals billigen. Insbesondere nicht in dieser guten Qualität. Dass Attac gerade "Die Zeit" ausgesucht hat, um diese Aktion zu starten, verwundert allerdings nicht. Schließlich gibt es keine größere überregionale Qualitätszeitung."

Mit dem Jahr 2010 beginnt nach Beschreibung von Attac "eine neue Ära". Autor und Journalist Harald Schumann berichtet unter der Überschrift "Zeit der Abrechnung" von einem G20-Treffen in Brasilien, bei dem sich Industrie- und Schwellenländer auf die Besteuerung großer Privatvermögen und internationaler Konzerne geeinigt haben.

Kabarettist Matthias Deutschmann schreibt über das Ende des Kasinokapitalismus. Die Schriftstellerin Daniela Dahn schreibt über die neue internationale Fernsehstation Social TV.

Mit einem Gesetzespaket, das den Einfluss von Lobbyisten beschränken und die Demokratie fördern soll, befasst sich der Artikel "Ohne Lobby". In einem Streitgespräch geht es um die Frage, ob das Ende des Afghanistan-Krieges auch das Ende der Nato einläutet. Ein Bericht dreht sich um einen Konvent, der das Fundament eines sozialen, ökologischen und friedlichen Europas legt. "Das Weltgeld kommt" ist ein Beitrag über einen einstimmigen Beschluss der UN zur Einführung eines neuen Weltgeldes überschrieben.

Etwa 150.000 Exemplare der gefälschten "Zeit"-Ausgabe seien von Flensburg bis Freiburg in insgesamt 90 Städten Deutschlands verteilt worden, davon allein in Berlin mehr als 10.000, sagte Sundermann. Mit acht Seiten ist das Plagiat allerdings deutlich dünner als das Original, auch das Format ist etwas kleiner, das Layout hingegen sehr ähnlich. Gefälschte Anzeigen sind mit Titeln überschrieben wie "Damit uns das Lachen nicht vergeht" und "Opel - fit für die Zukunft". "Auf diese Weise wollen wir die Vorstellungskraft der Leserinnen und Leser erweitern und ihnen Mut machen, sich politisch zu engagieren", sagte Sundermann.

Die gefälschte Ausgabe der "New York Times", die im November 2008 das Ende des Irak-Krieges und die Schließung des Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba gemeldet hatte, habe die Aktion angeregt, sagte Sundermann. Auf der online-Ausgabe ist dies unter "Inspiration" vermerkt. (dpa)

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