Mit der Basler Zeitung (BaZ) geht es wirtschaftlich schon länger bergab. In den 80er-Jahren hatte sie noch 9 500 Anzeigenseiten pro Jahr, 2003 waren es 4 300. Seither wird das Blatt "reformiert". Zuerst musste der Chefredakteur Hans-Peter Platz gehen. Sein Nachfolger kam von einem Servicemagazin und setzte auf "extreme Lesernähe". Der Feuilletonchef und der Literaturredakteur mussten gehen, das Feuilleton wurde zu einer Art kommentiertem Veranstaltungskalender umgebaut. Mehrere Dutzend Baseler Kulturschaffende protestierten im Juni 2004 gegen die "Kultur als Tippansammlung". Die Züricher Konkurrenz vom Tages-Anzeiger schrieb: "Man kann das auch provinziell nennen. Und zweifeln, ob die Tageszeitung so eine Zukunft hat."
Nun berichtet der Tages-Anzeiger von entscheidungsreifen Verhandlungen zwischen dem Verlag der Basler Zeitung und der NZZ-Gruppe (Neue Zürcher Zeitung) über eine Übernahme oder Fusion. Die BaZ dementierte das zwar umgehend, erklärte aber, man befinde sich mit allen großen Verlagen in Verhandlungen zwecks "allfälliger Kooperationen". Die Journalisten vom Tages-Anzeiger dürften indes gut informiert sein. Ihr Blatt gehört zum Tamedia-Konzern, der den Baslern 2007 eine weitgehende Zusammenarbeit anbot. Der geplante Deal kam nicht zustande, im Sommer stieg die BaZ zudem aus der gemeinsamen Gratiszeitung News aus. Bei Tamedia fühlte man sich brüskiert.
Was die mögliche Kooperation mit der NZZ für die Basler Zeitung bedeutet, ist im Detail noch nicht bekannt. Spekuliert wird über einen gemeinsamen überregionalen Mantel und Personalabbau in Basel. Albert Stäheli, Chef der NZZ-Gruppe, gilt als "scharfer Rechner", der die Rentabilität markant verbessern möchte, schreibt der Tages-Anzeiger.
Sollte der Deal zustande kommen, gäbe es in der Deutschschweiz nur noch zwei Mediengruppen: die NZZ-Gruppe mit rund einem Dutzend Zeitungen und einer Gesamtauflage von 550 000 Exemplaren und Tamedia mit einer Auflage von 475 000 Zeitungen. Ökonomisch ist Tamedia jedoch stärker, denn die Gratisblätter des Konzerns (Auflage 910 000 Exemplare) gelten als Gelddruckmaschine."
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.