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Medien

21. August 2012

Champions League im ZDF: Fußball ohne Werbepausen

 Von Björn Wirth und Ralf Mielke
Den Elfmeter im Champions-League-Finale gegen Chelsea parierte Bayern-Torwart Neuer noch auf Sat.1.  Foto: dapd

Mit dem Qualifikationsspiel Mönchengladbach gegen Dynamo Kiew beginnt das ZDF seine Champions-League-Übertragung und will vor allem junge Zuschauer an den Sender binden.

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Mit dem Qualifikationsspiel Mönchengladbach gegen Dynamo Kiew beginnt das ZDF seine Champions-League-Übertragung und will vor allem junge Zuschauer an den Sender binden.

Die große Zeit der beiden Mannschaften liegt zwar schon ein bisschen zurück, aber was mal war, kann auch wieder werden. In den Siebzigern war die Borussia aus Mönchengladbach auch international gut unterwegs, Dynamo Kiew hatte seine Glanzzeit in den Achtzigern. Nun treffen die beiden in den Champions-League-Play-Offs aufeinander, für Gladbach ist es das Debüt in der sogenannten Königsklasse.

Doch es gibt noch eine Premiere: Auch das ZDF ist das erste Mal dabei. Der Sender überträgt 18 Live-Spiele pro Saison. Und zwar ohne lästige Werbepausen, weil der öffentlich-rechtliche Sender nach 20 Uhr keine Reklame senden darf. Auch vor 20 Uhr – was erlaubt wäre – werden keine Werbe-Strecken im Champions-League-Magazin gesendet. Nur die von der Uefa vorgegebenen Sponsorentrailer sollen vor Beginn und am Ende des Magazins ausgestrahlt werden.

Neues Magazinformat

Dies gilt nicht nur für diese Saison, sondern auch für die Folgejahre. Ab 2013 greift dann auch das neue Sponsoringverbot für ARD und ZDF, das dann werktags Sponsoren-Hinweise nach 20 Uhr sowie an Wochenenden ausschließt – mit Ausnahme von Olympischen Spielen, den Europa- und Weltmeisterschaften sowie Länderspielen des Fußballs mit deutscher Beteiligung. Noch etwas ist anders bei der Champions-League-Berichterstattung im Zweiten. Der Sender zeigt am Tage seiner Champions-League-Übertragung jeweils ab 19.25 Uhr ein zehnminütiges Magazin, in dem bereits Ausschnitte aus deutschen Spielen vom Vortag, also vom Dienstag gezeigt werden können. Das heißt, dass der Fußballfan nicht mehr das eigentliche Spiel und die sogenannte Nachberichterstattung abwarten muss, um Bilder von den anderen Spielen zu sehen.

18 Spiele live

Das ZDF hat die Übertragungsrechte für die Champions League bis einschließlich der Saison 2014/2015 erworben.

Der Sender überträgt 18 Spiele der Champions League pro Saison live. In der Gruppenphase werden die Mittwochsspiele live übertragen. Sollte nur noch einer der Bundesligisten im Wettbewerb vertreten sein, sind auch Live-Übertragungen am Dienstag möglich.

Den Auftakt jedes Spieltags macht das „Uefa-Champions-League-Magazin“ von 19.25 bis 19.35 Uhr, danach läuft reguläres Programm, bevor die Liveübertragung um 20.25 Uhr beginnt.

Hauptmoderator ist Oliver Welke, als Experte steht Oliver Kahn bereit.

Das Zweite hat den Zuschlag für die Übertragungsrechte für die Spielzeiten 2012/2013 bis 2014/2015 erhalten. „Wir sehen das Projekt vor allem unter dem Aspekt, dass der Sender damit auch jüngere Zielgruppen erreichen wird, die sich sonst eher weniger dem ZDF-Programm widmen“, sagt Sportchef Dieter Gruschwitz.

Rund 54 Millionen Euro pro Jahr lässt sich der Sender das Sportspektakel kosten, was das ZDF allerdings nicht bestätigt. Jedenfalls muss der öffentlich-rechtliche Kanal mehr geboten haben als die private Konkurrenz von Sat.1, die bisher die Champions League im Programm hatte, in der vergangenen Bieterrunde aber den Kürzeren zog. So viel Geld wie das gebührenfinanzierte ZDF konnte und wollte der auf Werbeeinnahmen angewiesene Privatsender nicht aufbringen. „Wir haben für die Champions League für uns betriebswirtschaftlich sinnvolle Angebote abgegeben, sind aber leider nicht zum Zuge gekommen“, heißt es bei Sat.1ein wenig frustriert.

Die ProSiebenSat.1-Gruppe muss sich stattdessen mit der Europa League zufrieden geben. Mit der Uefa wurde ein Vertrag bis 2014/2015 abgeschlossen. Der zu der Sendergruppe gehörende Kanal Kabel eins präsentiert nun donnerstags eine Begegnung pro Spieltag live. Ansonsten ist der Profifußball im Free-TV nun nahezu komplett in öffentlich-rechtlicher Hand, nachdem die ARD schon vor einigen Jahren Sat.1 die Bundesliga-Rechte abgeluchst hat.

Von Sat.1 kommt nun auch der Hauptmoderator der Champions-League-Sendungen im ZDF: Oliver Welke. Noch in der vergangenen Saison hat Welke zudem für das Telekom-Angebot Liga total die Bundesliga kommentiert. Damit ist nun Schluss, auch weil die Telekom keine Bundesliga-Rechte mehr hat.

Regelmäßiger Champions-League-Tag im ZDF wird der Mittwoch sein. Neben Welke wird ZDF-Sportjournalist Jochen Breyer zweiter Moderator und Interviewer sein. Experte ist wie schon bei Fußballländerspielen der ehemalige Nationaltorhüter Oliver Kahn. Mit der Vorberichterstattung beginnt der Sender um 20.25 Uhr, um 23.15 Uhr ist Schluss.

Bis zu 17 Millionen Zuschauer

Eine Quotenvorgabe für die Champions-League-Übertragungen habe er nicht, sagt ZDF-Sportchef Gruschwitz. „Aber ich gehe fest davon aus, dass wir uns in dem Rahmen bewegen werden, in dem sich auch zuletzt Sat.1 bewegt hat.“ Die Werte bei Sat.1 reichten in der vergangenen Saison von knapp drei Millionen Zuschauern bis fast 17 Millionen beim Finale in München, als der FC Bayern im Elfmeterschießen gegen FC Chelsea verloren hat.

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