Es ist ein einfacher Handel: Wer bei Google E-Mails verschickt oder eine Straße sucht, bei Facebook mit seinen Freunden chattet oder bei Twitter den Ereignissen in der Welt folgt, der bekommt diese Dienste gratis. Doch das ist nur so, weil die Nutzer in einer anderen Währung bezahlen: mit ihren Daten. Wie viel sie von sich preisgeben und was privat bleibt, das müsste in dieser Logik jeder abhängig davon entscheiden, wie gut die Dienstleistung ist, die er bekommt.
So simpel ist es dann doch nicht. „Es ist schwierig, den richtigen Preis für seine Privatsphäre auszuhandeln“, sagt Cory Doctorow, Science-Fiction-Schriftsteller und Co-Autor des bekannten Blogs BoingBoing. Eingeladen hat ihn an diesem Donnerstag Google zu einem „Datendialog“ in Berlin. Wie kaum ein anderes Unternehmen gründet Google seinen Erfolg auf dem beschriebenen „privacy bargain“, dem „Privatsphäre-Handel“. Doch was ist der Gegenstand dieses Deals? Unternehmen wie Google, viel stärker jedoch noch Facebook würden es dem Nutzer schwer oder gar unmöglich machen, das zu erkennen, sagt Doctorow. Sicherten sie sich doch ständig neue Rechte an dem, was sie über ihre Nutzer wissen.
Datenschutz kein Modethema
Nicht nur in Deutschland wird dieses Geschäftsmodell immer wieder kritisch beäugt, etwa bei der Einführung des Dienstes Google Street View vor einem Jahr. „Datenschutz ist kein Modethema, das man aussitzt und das dann einfach wieder verschwindet“, sagt Wieland Holfelder, Leiter des Engineering-Bereiches von Google in Deutschland. Sein Unternehmen bemüht sich seit einiger Zeit verstärkt um sein Image – und kann wohl erste Erfolge verzeichnen.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.