Unter dem Motto "Wie deutsch bist du wirklich?" lässt die ARD heute Prominente von der Grünenpolitikerin Claudia Roth bis zum Skandalrapper Bushido öffentlich gegeneinander antreten. Für den Zuschauer dürfte nicht nur das Ergebnis dieses Schaukampfes unter der Regie von Jörg Pilawa von Interesse sein, sondern auch das eigene Abschneiden.
Bin ich deutsch genug? Diese Frage kann sich jeder heute Abend einmal stellen. Und wer sich unmittelbar nach der Sendung noch nicht sicher ist, hat im Anschluss Gelegenheit, das ganze Quiz noch einmal im Internet nachzuspielen. Die Fragen, so ist es auf der eigens eingerichteten Internetseite zur Show zu lesen, werden zu einem Teil direkt aus dem Einbürgerungstest entnommen sein und zum Teil aus "verwandten Aufgaben" bestehen.
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Was die Auswahl der Mitspieler angeht, scheint die Strategie der Sendung darin zu bestehen, Kandidaten mit und ohne so genannten "Migrationshintergrund" gegeneinander antreten zu lassen - und dabei einen möglichst hohen Unterhaltungswert zu erzielen. Entsprechend werden in der Gruppe der prominenten Mitspieler neben Bushido und Claudia Roth auch ZDF-Moderatorin Dunja Hayali, Sportlerin Britta Heidemann, Schauspieler Heiner Lauterbach und Comedian Guido Cantz ins Rennen geschickt.
Vorab gecastet
Vor diesem Hintergrund fällt eines auf: In den gewöhnlichen Quizsendungen begegnen uns recht selten Kandidaten mit "Migrationshintergrund". Stellt sich die Frage, woran das eigentlich liegt. Für das RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" erklärt Pressesprecherin Eva Richter, es habe zwar etliche entsprechende Kandidaten gegeben, eine genaue Zahl will sie aber nicht nennen. Stattdessen verweist sie auf das demokratische Auswahlverfahren. Bewerben könne sich schließlich jeder, und die Kandidaten für die Show würden aus allen interessierten Anrufern ausgelost, so Richter.
Ähnliches gilt für die große Wissensquizshow im Vorabendprogramm der ARD. Von den ungefähr 1500 Zweierteams, die jemals an der Sendung mit Jörg Pilawa teilgenommen haben, hat es 92 gegeben, bei denen mindestens einer der beiden Mitspieler ausländische Wurzeln hatte, so Pressesprecherin Iris Bents - eine geringe Zahl angesichts der Tatsache, dass das Statistische Bundesamt beinahe jedem fünften Deutschen einen Migrationshintergrund bescheinigt. Dabei werden die Kandidaten für diese Show, anders als bei RTL, vorab gecastet - allerdings allein nach dem Kriterium ihres Wissens, so Bents. Eine gewisse Diversität der Mitspieler in Hinsicht auf Lebensalter, Geschlecht und soziale oder ethnische Herkunft werde zwar begrüßt, spiele aber bei der Auswahl letztlich keine Rolle.
Das ist heute Abend anders. Da wird gezielt ausgesucht, und es werden Prominente gegeneinander in den Ring geschickt, während der Zuschauer in seinem Wohnzimmers höchstens Gefahr läuft, sich von seinen Couchgenossen auslachen lassen zu müssen.
Eine Gruppe, die das Fernsehvergnügen wirklich komplett gemacht hätte, werden wir allerdings schmerzlich vermissen müssen: Diejenigen Politiker nämlich, die den Einbürgerungstest für eine gute Idee gehalten haben. Man habe diese Gruppe zwar gezielt eingeladen, hieß es am Mittwoch aus der Pilawa-Redaktion, aber leider nur Absagen kassiert.
"Wie deutsch bist du wirklich?", ARD, 20.15 Uhr.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.