Berlin. Der frühere RAF-Terrorist Christian Klar geht gerichtlich gegen die Veröffentlichung von ihm nicht genehmigter Fotos vor. Auf seinen Antrag hat das Berliner Landgericht am Montag gegen die Berliner Tageszeitung "B.Z." eine einstweilige Verfügung gegen die Verbreitung von Fotos erlassen, die Klar vor dem Berliner Ensemble (BE) zeigen. Eine entsprechende Mitteilung von Klars Anwalt Johannes Eisenberg bestätigte eine Sprecherin des Landgerichts.
Laut Eisenberg wurde der Zeitung verboten, "Bildnisse zu verbreiten, die Christian Klar zeigen im Zusammenhang mit einem Besuch des BE, wie in "B.Z." vom 9.1.2009, Titelseite und S.6 und 7 geschehen". Ein entsprechender Antrag sei auch gegen die "Bild"-Zeitung gestellt worden, die das Foto einen Tag später veröffentlicht hatte.
Klar habe "die Fertigung und Verbreitung dieser Bilder nicht gestattet", betonte der Anwalt in seiner Pressemitteilung. "Herr Klar tritt jeglicher Fertigung und Verbreitung aktueller Bilder entgegen und macht sein Recht am eignen Bilde geltend." Eine Sprecherin der Axel Springer AG sagte dazu, die Verfügung sei beim Verlag noch nicht eingetroffen. "Dann sehen wir weiter, wir sehen das insgesamt sehr gelassen."
Das von Claus Peymann geleitete Berliner Ensemble hatte am Freitag das ursprünglich geplante Praktikum des 56-Jährigen an dem früheren Brecht-Theater abgesagt. Zur Begründung hieß es, Klar befürchte, dass durch die "sensationslüsterne Berichterstattung" in einem Teil der Medien und die "anhaltende Belagerung" durch Paparazzi das Theater, dessen Direktor Peymann und er selbst Schaden nehmen könnten. "Das angestrebte Leben in Normalität nach 26-jähriger Haft scheint unter diesen Umständen nicht möglich."
"B.Z."-Chefredakteur Peter Huth hatte dazu erklärt, es gebe "ein großes Interesse in der Öffentlichkeit", und Aufgabe der Zeitung sei es abzubilden, was in der Stadt passiere. In der Samstagausgabe betonte Huth, der Kollege, der das Foto gemacht habe, sei "der einzige Journalist vor Ort" gewesen.
Klars Hamburger Anwalt Heinz-Jürgen Schneider hatte rechtliche Schritte gegen angekündigt. Klar "will arbeiten, aber nicht unter öffentlicher Aufmerksamkeit". Sein Wohnort werde voraussichtlich Berlin bleiben. "Er wird nicht in Talkshows auftreten und auch keine Interviews geben." (dpa)
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