Nach dem angekündigten Abschied der RTL-Gruppe vom Antennenfernsehen DVB-T haben die Landesmedienanstalten vor einem Ende dieser digitalen Übertragungstechnik gewarnt. Die RTL-Pläne, ab 2015 ihr Programm nicht mehr über Antenne ausstrahlen zu wollen, könnten einen „Schneeballeffekt“ auslösen, bei dem diese Technik als TV-Verbreitungsweg wegbricht. Benachteiligt wären dabei vor allem die Zuschauer, erklärte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten, Jürgen Brautmeier. Die RTL-Gruppe hatte den DVB-T-Ausstieg der Sender RTL, Vox, Super RTL und RTL 2 mit hohen Kosten und fehlender Planungssicherheit begründet.
Der TV-Konzern ProSiebenSat.1 erklärte am Freitag, die Sendergruppe prüfe derzeit alle Optionen. Eine Entscheidung soll im ersten Quartal 2013 getroffen werden. Sollte eine technische Weiterentwicklung der terrestrischen Verbreitung funktionieren, würde die Sendergruppe diesen Weg bevorzugen. Dafür müssten aber für DVB-T neue Geschäftsmodelle entstehen.
Die Antennentechnik sei als Alternative zu Kabel und Satellit für die TV-Verbreitung wichtig und werde vor allem bei Zweit- und Drittgeräten sehr gut angenommen. Für die Zukunft sehen die Landesmedienanstalten eine Verschmelzung der Übertragungswege von Mobilfunk und Rundfunk, erklärte Brautmeier. Über den technischen Standard „Digital Video Broadcasting - Terrestrial“ (DVB-T) werden seit 2004 die Programme von ARD und ZDF in fast dem gesamten Bundesgebiet sowie RTL und ProSiebenSat.1 in Ballungsräumen ausgestrahlt. Dieser Übertragungsweg ist für Zuschauer kostenlos. Knapp fünf Millionen Haushalte empfangen Fernsehen über DVB-T. (dpa)
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