Max Schrems sagt, er sei zufrieden. Das neue Jahr wird für Facebook mit reichlich Arbeit beginnen, und dafür ist Schrems mitverantwortlich. Der Beharrlichkeit des 24-jährigen Wieners ist es zu verdanken, dass jeder Nutzer des Netzwerks eine Kopie seiner gespeicherten Daten anfordern kann. Schrems hat auch eine Reihe detaillierter Beschwerden über Facebook an den irischen Datenschutzbeauftragten Billy Hawkes geschickt. Hawkes’ Behörde hatte die Aufgabe, den Datenschutz bei Facebook zu untersuchen, Schrems Unterstützung kam da gelegen. Das Ergebnis nach drei Monaten Prüfung: ein 149 Seiten langer Bericht und eine ausführliche Liste mit „Empfehlungen“ und Verbesserungsvorschlägen.
Allein der Katalog der konkreten Forderungen füllt mehr als ein Dutzend Seiten. „Um diesen Verpflichtungen nachzukommen, wird in den nächsten sechs Monaten intensive Arbeit auf uns zukommen“, kommentiert ein Facebook-Sprecher. Ein Großteil der Neuerungen zielt darauf ab, den rund 800 Millionen Nutzern von Facebook mehr Kontrolle über ihre eigenen Daten geben. Dazu soll Facebook etwa seine Datenschutzregeln einfacher erklären und leichter zugänglich machen. Das Unternehmen von Mark Zuckerberg müsse dafür sorgen, dass sich die Nutzer besser über die über sie gespeicherten Daten informieren könnten, um auf dieser Grundlage „eigene fundierte Entscheidungen“ über ihr Verhalten im größten Netzwerk treffen zu können, heißt es im Bericht.
1200 Seiten gespeicherte Daten
Wenn ein Facebook-Mitglied oder Nicht-Mitglied wissen will, welche Daten über es gespeichert sind, soll Facebook die Informationen innerhalb von 40 Tagen vorlegen. Informationen, die durch Plug-ins wie den „Gefällt mir“-Button gewonnen werden, sollen zügig gelöscht oder anonymisiert werden. Verbessern muss Facebook auch die Möglichkeit, veröffentlichte Inhalte wieder aus einem Profil zu löschen. Dabei sollen Nachrichten oder Freundschaftsanfragen möglichst auch einzeln und vor allem dauerhaft entfernt werden können. Bisher sind etwa gelöschte Kommentare im Profil nicht mehr sichtbar, schlummern aber weiter auf den Servern den Netzwerkes, wie Max Schrems feststellte, als er von Facebook seine Daten forderte und schließlich 1200 PDF-Seiten bekam.
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