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Medien

08. Dezember 2015

Hessischer Rundfunk: Krupp soll Intendant werden

 Von 
Manfred Krupp.  Foto: HR/Sascha Rheker/Andreas Frommkn

Auch Radio-Bremen-Chef Jan Metzger ist im Rennen um die Nachfolge von Helmut Reitze als Intendant des hr. Favorit ist nach FR-Informationen aber der bisherige Programmdirektor Fernsehen, Manfred Krupp.

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Ein Eigengewächs des Hessischen Rundfunks (hr) gilt als Favorit auf die Nachfolge des scheidenden Intendanten Helmut Reitze. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau werden dem hr-Fernsehdirektor Manfred Krupp die besten Aussichten eingeräumt, im nächsten Jahr auf den obersten Führungsposten des Senders gewählt zu werden.

Als ernsthafter Kandidat ist den Informationen zufolge außerdem Jan Metzger im Rennen. Der Intendant des kleineren ARD-Senders Radio Bremen ist ebenfalls journalistisch beim hr groß geworden. Am heutigen Mittwoch kommt die Findungskommission unter Leitung des evangelischen Kirchenvertreters Jörn Dulige zusammen, die vom hr-Rundfunkrat mit der Suche nach einem Reitze-Nachfolger beauftragt wurde. Sie strebt an, noch vor Weihnachten einen Vorschlag zu unterbreiten. Der Zeitplan sieht vor, dass der Rundfunkrat bereits am 8. Februar den Nachfolger für Helmut Reitze wählt.

Vieles spricht dafür, dass Krupp benannt wird, der kurz nach der Intendantenwahl seinen 60. Geburtstag feiern kann. Fernsehzuschauer kennen Krupp als gelegentlichen politischen Kommentator in den „Tagesthemen“. In früheren Jahren hatte er als Korrespondent aus Wiesbaden berichtet und die „Hessenschau“ moderiert.

Einst Hessenschau-Chef

Der Politologe volontierte 1984 beim hr-Fernsehen, wurde dort 1986 Redakteur und leitete von 1990 an das Fernsehstudio in Wiesbaden. In Frankfurt wurde er 1996 Abteilungsleiter Hesseninformation, womit er etwa für die „Hessenschau“ verantwortlich zeichnete. Drei Jahre später stieg er zum stellvertretenden Fernseh-Chefredakteur auf, 2001 zum Chefredakteur. Als Fernsehdirektor fungiert Krupp seit 2005. Damals folgte ihm Alois Theisen in der Funktion des Fernseh-Chefredakteurs.

Die CDU-nahen Mitglieder des Rundfunkrats tendieren in ihrer Mehrheit offenbar dazu, den stellvertretenden Intendanten Krupp auf den Chefposten zu hieven. Dabei gilt er als politisch unabhängig und ist keineswegs auf einem CDU-Ticket unterwegs. Das Kalkül der Rundfunkrats-Mehrheit könnte aber darin bestehen, bei dieser Personalentscheidung auch den Posten des Fernsehdirektors im eigenen Sinne neu besetzen zu können, der durch Krupps Wechsel frei würde. Die SPD-Seite scheint sich eher für Metzger zu erwärmen.

Jan Metzger.  Foto: Radio Bremen/Frank Thomas Koch

Jan Metzger stammt aus einer alteingesessenen Darmstädter SPD-Familie. Wie Krupp geht aber auch ihm der Ruf voraus, in seiner journalistischen Arbeit nicht politisch beeinflussbar zu sein. Metzger, der 2016 ebenfalls 60 Jahre alt wird, verbindet auch eine lange Karriere mit dem Hessischen Rundfunk. Allerdings war er länger beim Hörfunk tätig, für den er seit Mitte der achtziger Jahre als Redakteur, Moderator und Reporter arbeitete. Von 1988 bis 1994 war er ARD-Hörfunk-Korrespondent in zwei traditionell vom hr besetzten Studios in Madrid und Prag. Danach leitete Metzger den Hörfunksender hr1. 1997 wechselte er vom Hörfunk zum Fernsehen, wo er aufstieg, bis er 2006 die stellvertretende Redaktionsleitung übernahm.

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Seit 2009 setzte er seine Karriere bei anderen Sendern fort – zunächst für wenige Monate als Redaktionsleiter des „heute-journal“ beim ZDF, dann ab August 2009 als Intendant bei Radio Bremen. Dort versuchte Metzger, neue Zuschauerschichten zu gewinnen und prägte den Satz: „Nur wer sich ständig erneuert, hat Bestand.“

Helmut Reitze hatte im November angekündigt, den Intendanten-Posten aus gesundheitlichen Gründen abzugeben. Der CDU-nahe Journalist steht seit Anfang 2003 an der Spitze des Hessischen Rundfunks. Sein Nachfolger wird den Sender weiter sanieren müssen.

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