Medien

02. Januar 2011

Interview mit ARD-Chefin: „Wir brauchen Jauch nicht“

Nach 30 Jahren beim WDR ist Monika Piel jetzt Chefin der ARD. Foto: dpa

Aber er sei eine gute Ergänzung, sagt die neue ARD-Vorsitzende Monika Piel. Ein Gespräch über Gebühren, Smartphones und die Talkshow-Schwemme beim Ersten.

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Aber er sei eine gute Ergänzung, sagt die neue ARD-Vorsitzende Monika Piel. Ein Gespräch über Gebühren, Smartphones und die Talkshow-Schwemme beim Ersten.

Frau Piel, welche Ziele haben Sie für die kommenden zwei Jahre als ARD-Vorsitzende?

Es sind weniger Ziele, sondern Aufgaben, die von außen auf uns zukommen. Etwa die Umstellung des Gebührenmodells. Im kommenden Jahr muss das Modell in allen Landtagen beraten und beschlossen werden. Dadurch, dass wir sechs Jahre lange keine Gebührenerhöhung kriegen werden, ist auch die Spardiskussion weiterhin ein Thema. Wir müssen weitere Kooperationen eingehen, denn wir wollen nicht in Programmetats einsparen. Zudem liegt mir sehr daran, wie wir zu einem Interessensausgleich kommen können zwischen Qualitätsverlagen und dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Sie haben sich für Bezahlinhalte auf mobilen Endgeräten ausgesprochen. Lässt sich so der Konflikt zwischen Öffentlich-Rechtlichen und Privaten lösen?

Einen Konflikt mit den kommerziellen elektronischen Anbietern wie RTL gibt es nicht, aber mit den Verlagen. Man ist offensichtlich von Seiten der Verlage auf dem Holzweg, wenn man journalistische Inhalte kostenlos anbietet. Diese Kostenloskultur kann nicht Ziel führend sein. Das kann für die Verlage nur heißen, man muss dahin kommen, die journalistischen Inhalte zu verkaufen. Da sind kostenpflichtige Apps der richtige Anfang. Bei diesen fühlen sich die Verleger jedoch im Markt behindert. Wenn der Verlegerverband die Apps kostenpflichtig macht, dann werde ich mich auch vehement dafür einsetzten, dass unsere öffentlich-rechtlichen Apps kostenpflichtig sind.

Warum erst dann?

Im Moment könnten wird das keinem Gebührenzahler erklären. Wir denken zum Beispiel über eine Sportschau-App nach und haben überlegt, ob wir diese nicht kostenpflichtig anbieten könnten. Aber es gibt hundert kostenlose Sport-Apps in Deutschland. In so einer Situation können wir, die wir gebührenfinanziert sind, nicht sagen, bei den Kommerziellen kriegt ihr das alles kostenlos, bei uns, für die ihr Gebühren gezahlt habt, müsst ihr das noch mal bezahlen. Wir könnten das in dem Augenblick machen, in dem andere Angebote auch kostenpflichtig wären.

Die Tagesschau-App ist gratis.

Auch die Tagesschau-App kann nicht funktionieren, wenn gleichzeitig im Netz jede Zeitung auch ein kostenloses Info-Internetangebot hat. Zudem ist die Tagesschau-App nichts anderes als eine bequemere Konfiguration für den User, darin ist kein anderer Inhalt als auch im stationären Netz.

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