Eigenlob stinkt, sagt der Volksmund. Andererseits heißt es, jeder sei seines eigenen Glückes Schmied. Das hat sich vielleicht auch Helmut Hoffer von Ankershoffen gedacht, als er kürzlich auf der Webseite von Amazon war und die Rezensionen zum Tablet- Rechner las. Das Gerät, das Hoffer von Ankershoffen soeben als iPad-Konkurrent auf den Markt gebracht hat, wird von Beobachtern und Käufern recht kritisch beurteilt und gilt als unfertig. Und da dachte Hoffer von Ankershoffen vielleicht, da müsse man doch was unternehmen.
So tauchte auf Amazon.de eine Kundenrezension auf, in der das WeTab als „sehr sehr gut“ bezeichnet wurde. Mit den Software-Updates laufe nun alles „noch flüssiger“, lobte ein gewisser „Peter Glaser“ und vergab fünf Sterne, die Bestnote. Dieser „Peter Glaser“ hat allerdings nichts mit dem Journalisten, Autor und Technik-Blogger gleichen Namens zu tun, wie der Blogger Richard Gutjahr feststellte. Seinem Amazon-Wunschzettel zufolge ist Glaser vielmehr ein Pseudonym von Helmut Hoffer von Ankershoffen: Geschäftsführer der Firma Neofonie und der WeTab GmbH. Eine ähnliche Namensverwicklungen entdeckte Gutjahr bei der Rezensentin „Claudia Kladen“. „Den Lüfter hör ich überhaupt nicht, springt nur ganz selten an, prima“, hatte sie geschrieben. Auch hier gab es fünf Sterne. Auf Kladens Amazon-Wunschzettel fand sich wiederum der Klarname Sandra Hoffer von Ankershoffen. Was wie auch im Fall ihres Mannes sichtbar war, weil an der entsprechenden Stelle in den Einstellungen ein Häkchen falsch gesetzt war.
Ein PR-Gau? Oder ein Fake, um die ohnehin pannengeplagten Macher des WeTabs zu diskreditieren, wie schnell im Netz diskutiert wurde? Kurz nach der Veröffentlichung des Vorfalls im Blog von Gutjahr verschwanden auf jeden Fall die Rezensionen von Amazon.de. Bei der PR-Agentur des WeTab wollte man sich lange nicht äußern. Amazon teilte mit, man könne sich zu der Identität der Rezensenten aufgrund des Datenschutzes nicht äußern.
Am Abend verschickten die WeTab-PR-Leute dann ein Statement von Hoffer von Ankershoffen. „Die beiden fraglichen Rezensionen auf Amazon habe ich privat verfasst, ohne mich mit der übrigen Geschäftsführung oder unserer Kommunikationsabteilung abzustimmen“, schreibt der Geschäftsführer. „Ich wollte damit meiner Freude über den Marktstart und meiner Überzeugung, dass das WeTab ein tolles Gerät ist, Ausdruck verleihen.“ Er stehe inhaltlich hinter der Rezension. „Ein Fehler war es allerdings, nicht meinen eigenen Namen für die Bewertung zu verwenden.“ Wegen der Aufregung lasse er seine Position bis auf Weiteres ruhen.
In der Fan-Community, etwa bei Facebook, überschlagen sich seither die Kommentare, so viel war dort noch nie los. Manche Nutzer wollen ihr Gerät günstig abgeben, andere halten ihm weiter die Treue. Vielleicht hält man es bei der WeTab GmbH ja auch eher mit dem Sprichwort: Bad news are good news.
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