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Medien

16. November 2012

Israel Gaza: Der Kampf in Echtzeit über Twitter

 Von Felix Brumm
Ein Israeli inspiziert die Schäden, die eine palästinensische Rakete im Kibbuz Kfar Aza verursacht hat.Foto: AFP

Der Konflikt zwischen Israel und Gaza findet nicht mehr nur offline statt. Beide Seiten benutzen das Internet, um die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen.

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Der Konflikt zwischen Israel und Gaza findet nicht mehr nur offline statt. Beide Seiten benutzen das Internet, um die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen.

Die israelischen Streitkräfte brauchten genau 136 Zeichen, um ihre „groß angelegte Offensive“ im Gazastreifen zu verkünden. Das war am Mittwoch, um 6:29 Uhr. Zwei Minuten später der nächste Tweet: „Das erste Ziel, vor wenigen Minuten getroffen, war Ahmed Al-Dschabari, Kopf des Hamas-Militärflügels.“ 248 Menschen twitterten das weiter, 23 gefällt das. Um 10:22 Uhr empfehlen die Israelis allen Hamas-Führern per Twitter, „ihre Gesichter in den nächsten Tagen nicht bei Tageslicht zu zeigen“.

Die Antwort der Kassam-Brigaden, des militärischen Flügels der Hamas, folgt 40 Minuten später: „Unsere gesegneten Hände werden eure Anführer und Soldaten greifen, wo auch immer sie sind. Ihr habt die Tore der Hölle selbst aufgestoßen.“

Ein Screenshot vom 15.11.2012 zeigt einen Teil einer deutschen Internetseite von Twitter, auf der die israelischen Streitkräfte (IDF) ihren Angriff auf Gaza mitteilen.
Ein Screenshot vom 15.11.2012 zeigt einen Teil einer deutschen Internetseite von Twitter, auf der die israelischen Streitkräfte (IDF) ihren Angriff auf Gaza mitteilen.
Foto: dpa

Israel und die Hamas begleiten ihren Kampf im Gazastreifen mit einer bisher ungekannten Internet-Offensive. Erstmals kann die ganze Welt über soziale Netzwerke die Gefechte in Nahost in Echtzeit mitverfolgen. Beide Seiten betreiben online ein fortwährendes Protokoll der Schrecklichkeiten. Sie zählen Raketeneinschläge und Luftangriffe, verbreiten Fotos verletzter und getöteter Kinder.

Die israelischen Streitkräfte senden auf allen Kanälen, von Twitter über Tumblr bis hin zu Flickr und Youtube. Dort posten sie im Wechsel Mitschnitte von Militärschlägen und Propagandafilme, die ihr Vorgehen rechtfertigen sollen.

Auf ihrem Blog zählen die Streitkräfte die eingeschlagenen Raketen. Auf Facebook zeigen sie ein Bild des getöteten Hamas-Militärchefs Dschabari. „Eliminiert“ steht darauf. Mehr als 15.000 Personen gefiel das am Freitag. Die Nutzer können darauf direkt reagieren – auch mit Häme und Hass. Das eigene Facebook-Profil und der Nahost-Konflikt sind nur noch wenige Klicks voneinander entfernt.

Das Internet hat sich in den letzten Jahren zu einem Nebenschauplatz des Krieges entwickelt. Über soziale Netzwerke können Informationen ohne Pressefilter verbreitet werden. Beide Seiten versuchen, die Öffentlichkeit für sich zu gewinnen.

Die sozialen Netzwerke bringt das in Not. Sie wollen freien Informationsaustausch, sich aber nicht für Kriegspropaganda instrumentalisieren lassen. Am Donnerstag entfernte Youtube ein Zehn-Sekunden-Video des israelischen Militärs vom tödlichen Angriff auf Dschabari. Es wurde 1,7 Millionen mal abgerufen – und später wieder online gestellt. Nach dem Motto: Stell dir vor, es ist Krieg und keiner klickt.

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