Eine überaus schlechte Serie, mit minderbegabten Schauspielern und einer langweiligen Grundidee. Harte Wahrheit, harte Worte? Nein, gelogen. Säße einem Dr. Cal Lightman (Tim Roth) gegenüber, er hätte es schnell erkannt. Eine kurzes Zucken der Augenbrauen, gekräuselte Lippen oder flacher Atem - mehr Hinweise braucht er meist nicht, um Lügnern auf die Schliche zu kommen.
Lightman ist Wahrnehmungsforscher, das Geschäft mit der Lüge sein Metier. "Lie to me" heißt deshalb die neue Serie, die ab morgen jeden Mittwoch um 21.15 Uhr auf Vox ausgestrahlt wird.
Mit seinem auf Wahrheitsfindung spezialisierten Unternehmen unterstützt Lightman FBI, Staatsanwaltschaft oder Regierung bei der Suche nach der Wahrheit. Ist der blasse Teenager tatsächlich ein kaltblütiger Mörder, trifft sich der Politiker und Ethikratsvorsitzende wirklich mit Callgirls?
In der Pilotfolge will Lightman von einem Terroristen wissen, wo dieser seine Bombe deponiert hat. Er habe seinem Mandanten geraten zu schweigen, sagt dessen Verteidiger. "Schon okay", entgegnet Lightman, "ich vertraue auch nicht besonders gern nur auf Worte".
Schon wenige Minuten später kann Lightman, um entscheidende Antworten reicher, das Verhörzimmer wieder verlassen. "Die Wahrheit steht uns allen ins Gesicht geschrieben", erklärt Lightman seinen staunenden Zuhörern. Oft sind es Fragen, Zweifel und Skepsis, die seinem Gegenüber ins Gesicht geschrieben sind.
Ist es möglich, Unwahrheit zu enttarnen, bloß weil jemand sich scheinbar zufällig an der Nase kratzt oder den Blickkontakt zu lange hält? "Die Frage ist nicht einfach, ob jemand lügt, sondern aus welchem Grund."
Das erklärt Lightmans Partnerin Gillian Foster (Kerri Williams) in der ersten Folge einem ignoranten Staatsanwalt. Der beinahe wissenschaftliche Ansatz von Lightman und Foster liegt in der Entstehungsgeschichte der Serie begründet. Inspiriert wurde sie von den Büchern des amerikanischen Psychologen Paul Ekmann, der als führender Experte in der Wahrnehmungsforschung gilt und "Lie to me" auch beratend zur Seite stand.
Erzählt werden die Fälle der Kriminalserie in rasantem Tempo und mit überraschenden Wendungen. Nichts ist so, wie es zunächst scheint, oft werden Wahrheit und Lüge im Lauf einer Folge kräftig durcheinander geschüttelt.
Dass es für die Protagonisten Fluch und Segen zugleich ist, Menschen immer gleich anzusehen, ob sie lügen, wird dem Zuschauer schnell klar. Da jedoch schon das reine Zusehen schult, sollte der Konsum von "Lie to me" wohlüberlegt und -dosiert sein. Die Wahrheit könnte wehtun.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Genau die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.