Vielleicht steckt in der persönlichen Bilanz mehr Geschichte als in einem wissenschaftlichen Aufsatz: "Als ich nach China kam", sagt Harald Maass, "war für die meisten Pekinger ein Fahrrad der größte Besitz. Heute gibt es mehr BMW und Audi als in Frankfurt."
Elf Jahre lang, seit 1997, war Maass für die FR und andere Zeitungen der Mann in China. Jetzt hat sich der 37-Jährige entschieden, mit seiner Frau in die Heimatstadt München zurückzukehren, zusammen mit den Söhnen (vier und sechs Jahre alt) und - damit die Sprache in der Familie bleibt - einem chinesischen Au-pair-Mädchen. In München wird Maass die publizistische Arbeit fortsetzen.
Es war, 1988, eine Reise an die Seidenstraße, die die Liebe des 17-Jährigen zu China weckte. Direkt von der Uni zog er 1994 los, um die Sprache zu studieren. Schon 1997, mit 26 Jahren, war er Korrespondent in Hongkong und ab 1998 in Peking.
Im Boomland China war der Millionär ebenso zu beschreiben wie die Fabrikarbeiterin, die an der Maschine einen Arm verlor (von diesen Schilderungen waren Leser so beeindruckt, dass sie eine Hilfsaktion starteten). Da waren die Menschenrechtsverletzungen und - viel weniger bedeutend, wie er sagt - die Bekanntschaft, die Maass selbst mit chinesischen Haftzellen machte. Und am Ende der große Höhepunkt Olympia.
"Ich habe immer versucht fair zu berichten", bilanziert er. "Ich wollte dabei die enormen Menschenrechtsverletzungen und politischen Probleme nicht verschweigen, aber gleichzeitig auch meine Begeisterung für dieses Land und die Freundlichkeit der Chinesen zu vermitteln." Es ist ihm auf brillante Weise gelungen.
In diese großen Fußstapfen tritt am 1. September Bernhard Bartsch. Der 33-Jährige hat schon einige Schuljahre in Hongkong verbracht. Nach Abschluss des Studiums in Hamburg (Sinologie, Wirtschaft) lebt er seit 1999 in Peking. Seit dem Jahr 2000 ist er als Korrespondent tätig, unter anderem für die Berliner Zeitung und die Neue Zürcher Zeitung. fr
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