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23. Januar 2014

Lanz vs. Wagenknecht: Petition gegen Markus Lanz

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Von Internet-Unholden gemobbt: Markus Lanz.  Foto: dpa

Weil Markus Lanz in seiner Talksendung Linken-Vizechefin Sahra Wagenknecht rüde befragte, wird von Internetusern sein Rauswurf beim ZDF gefordert. Knapp 130.000 Unterzeichner hat die Online-Petition bereits.

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bGut für die Nerven ist das nicht: Während Markus Lanz für die nächste „Wetten, dass...“-Sendung am Sonnabend probt, rast im Internet ein Zähler in die Höhe, der ihn zusätzlich unter Druck setzt. Über 150.000 Menschen (Stand: 23.1., 24.00 Uhr) unterschrieben dort binnen weniger Tage eine Petition, die nichts Geringeres als seinen Rauswurf fordert. Lanz, inzwischen eins der Gesichter des ZDF, sei „weder fähig noch willens, seinen Gästen gleichberechtigt Wohlwollen, Rederecht und Anstand entgegenzubringen“, heißt es. Seine tendenziöse Diskussionskultur verstoße gegen politische Neutralität wie gegen den Bildungsauftrag des ZDF.

Auslöser war Lanz’ Talk-Sendung vor einer Woche, in der er auch die Vizechefin der Linken, Sahra Wagenknecht, zu Gast hatte – aber tatsächlich nie ausreden ließ. Das Wortprotokoll der vermeintlichen Befragung, das der Journalist Stefan Niggemeier tags darauf veröffentliche, erinnert stark an Loriot: Während „die schönste Linke aller Zeiten“ (so Lanz’ Begrüßung) ihre Kritik an der Europäischen Union auszuführen versuchte, unterbrach sie der Moderator im Stakkato: „Finden Sie Europa gut?“, „Was verdient man im Europäischen Parlament?“, oder gleich „Europa – rein oder raus?“ und „Euro – ja oder nein?“.

Solche Interviews hatte Markus Lanz schon oft geführt, im Wahlkampf etwa mit Renate Künast: Der warf er so oft Lüge und Unehrlichkeit vor, bis sie fragte, wann sie mal einen ganzen Satz auf eine Frage antworten dürfe. Doch wo sich die Zuschauer früher auf der heimischen Couch mokierten, höchstens mal beim Sender anriefen, wird heute eine Petition aufgesetzt: „Ein Moderator, der große Probleme damit hat, dem politischen Spektrum links der Mitte mit einem Mindestmaß an Höflichkeit zu begegnen, passt nicht in ein öffentlich-rechtliches Format“, finden die Unterzeichner diesmal.

ZDF entschuldigt sich

Deshalb entschuldigte sich das ZDF inzwischen, sogar bei Sahra Wagenknecht. Die sei zufrieden gewesen, hatte der Sender zunächst erklärt. Die Politikerin nannte das auf Twitter „arg frech“. „Sorry, ist wohl nach der Sendung falsch angekommen“, antwortete das ZDF. Wagenknecht will vorerst von Lanz-Talkshow-Besuchen absehen. Renate Künast dagegen saß am Dienstag wieder versöhnt in der Runde.

In der Linkspartei fühlt man sich derweil in der Überzeugung bestätigt, von den Medien sowieso gemobbt zu werden – einzelne Abgeordnete riefen zur Unterschrift gegen Lanz auf. Und der Branchendienst Meedia berichtet gar, die Autorin der Petition sei selbst mal Mitglied der Linken gewesen. Schon sieht der Deutsche Journalisten-Verband die Pressefreiheit in Gefahr. Politiker sollten nicht die Absetzung kritischer Moderatoren fordern.

Das ZDF selbst hält den Ball flach: „Kritik unserer Zuschauer nehmen wir grundsätzlich ernst“, sagte ein Sprecher der „Frankfurter Rundschau“. Allerdings gehörten Kontroversen eben zu dem erfolgreichen Format. „Man muss aber auch die 50.000 Kritiker in Relation sehen zu den Millionen, die Lanz sehen und sich nicht äußern.“

Nur einen hat mal wieder keiner gefragt: Peter Lustig. Als der noch ein ZDF-Gesicht war, rief er am Ende seiner Kindersendung immer zu etwas auf, das den Lanz-Gegnern auch geholfen hätte: „Abschalten!“

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