Rupert Murdoch wird im kommenden März 80 Jahre alt, doch bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass der australisch-amerikanische Medienunternehmer dem Elan verliert oder sich gar aufs Altenteil zurückziehen will. Bis zum letzten Atemzug, so scheint es, will er ein maßgeblicher Gestalter des Übergangs in das digitale Zeitalter sein. Jüngstes Beispiel: Ab Anfang des kommenden Jahres erscheint aus seinem Hause, de Unternehmen News Corp., eine reine iPad-Zeitung, genannt „Daily“, zum Preis von 99 US-Cent pro Woche.
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Murdoch hat von Anfang an große Stück auf das iPad gesetzt. Wiederholt nannte er das Apple-Lesegerät einen „Game changer“, ein Instrument, das potenziell die Zeitungs-Landschaft von Grund auf verändert. Murdoch glaubt daran, dass bis Ende des Jahres 2011 40 Millionen iPads in Umlauf sind und dass die Multimedia-Tafeln so selbstverständlich benutzt werden, wie heute Smartphones. Eine solche Entwicklung käme der Verlagerung des Printmedienkonsums auf das iPad entgegen, und da will Murdoch von Anfang an ganz vorne dabei sein. Schon im Mai dieses Jahres hat er deshalb eine Entwicklungsredaktion für eine iPad-Zeitung ins Leben gerufen.
Chefredakteur der neuen, ausschließlich digitalen Zeitung ist Jesse Angelo, derzeit noch leitender Redakteur der New York Post – Murdochs New Yorker Boulevardblatt. Das Büro in Los Angeles, das einzige bisher geplante Büro außerhalb von New York wird von Richard Johnson geleitet, der bislang bei der Post das Klatschressort „Page Six“ geleitet hatte. Johnson und seine Reporter sollen der Hollywood-Prominenz dicht auf den Fersen bleiben. Insgesamt werden 150 Journalisten für den Daily arbeiten, das Budget im ersten Jahr wird 30 Millionen Dollar betragen.
Die Benennung von Angelo und Johnson zum Führungsduo legt nahe, dass man vom Daily vor allem Boulevardkost zu erwarten hat. Die Medien-Insider-Website WWD erwartet von Daily einen „optimistischen Populismus“, eine Art „Boulevard mit Hochschulabschluss“.
Die Konkurrenz dürfte Murdochs Aktivitäten mit gemischten Gefühlen beobachten. Das Vorpreschen des Unternehmers mit seinen schier unbegrenzten Mitteln aus seinen anderen Medien – TV-Sender, Zeitungen, ein Hollywoodstudio und den Internetdienst MySpace – bringt die Mitbewerber in Zugzwang und ist somit sicher ein Ärgernis. Andererseits ist man ihm dankbar, dass er die Pionierarbeit leistet und ausprobiert, was der Markt hergibt.
Bei den Zahlmodellen für die Online-Ausgaben seiner Blätter ist das Bild uneindeutig. Zunächst verlor das Wall Street Journal massiv Leser. Im letzten Quartal sind jedoch sowohl die Anzeigenerlöse als auch die Abonnentenzahlen gestiegen. Allerdings wurde das Bezahlmodell für die Website zuvor wieder aufgeweicht.
Nach unten ausklappbare Seiten sind für Zeitungsredakteure ein Traum – im iPad ist er Realität.
Bei der iPad-Zeitung steht die Zukunftsfähigkeit des neuen Gerätes als Träger für Nachrichtenangebote auf dem Prüfstand. So hängt vom Erfolg des Daily auch ab, ob es sich für Apple rentiert, für das iPad einen Zeitungsabo-Dienst nach Vorbild der iTunes einzurichten. Wenn Apple-Chef Steve Jobs, dessen Techniker Murdoch bei seiner iPad-Zeitung Unterstützung, es für rentabel hält, ein solches Angebot einzurichten, würden wohl viele Print-Produkte auf das Tablet wechseln. Dann hätte Murdoch es tatsächlich geschafft, sein Lieblingsmedium Zeitung in ein neues Zeitalter zu führen.
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Seine Antwort: An den Kiosk gehen und die Frankfurter Rundschau kaufen und Anzeigen schalten. "Alles, was aktuell zum Umsatz beiträgt, ist hilfreich."
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