Angesichts der Medienkrise hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die besondere Bedeutung von Zeitungen betont. „Ich halte die Printmedien für sehr wichtig“, sagte Merkel am Samstag in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Das Internet werde natürlich immer mehr an Bedeutung gewinnen, aber Zeitunglesen sei „etwas anderes, als im Internet zu sein“. Die Bundesregierung werde weiter Projekte fördern, um junge Leute zum Zeitungslesen zu bewegen. Zugleich werde die Regierung alle ermuntern, die Lesefähigkeit und die Akzeptanz von Printmedien in den nächsten Jahren weiterzuentwickeln.
Online-Angebote seien erst einmal eine Chance, erklärte Merkel weiter. Aus der Flut der Möglichkeiten werde sich herausbilden, was Qualität im Netz sei. „Das dauert eine Weile, aber die Menschen werden lernen, mit diesen neuen Möglichkeiten umzugehen“, sagte die Kanzlerin.
Nachdem in der vergangenen Woche die Frankfurter Rundschau einen Insolvenzantrag stellen musste, sind inzwischen auch andere Zeitungen von der schwierigen Lage der Printmedien betroffen. Der Hamburger Verlag Gruner+Jahr gab am Freitag bekannt, dass die „Financial Times Deutschland“ nach zwölf Jahren wegen anhaltend roter Zahlen eingestellt wird. Auch die überraschende Pleite der mit großen Ambitionen expandierenden Nachrichtenagentur dapd hatte die deutsche Medienlandschaft erschüttert. Die Medienkrise überschattete auch den Bundespresseball am Freitagabend in Berlin, zu dem sich alljährlich mit großem Pomp die Prominenz aus Politik mit Vertretern aus der Medienbranche trifft. (rtr)
"Was können die Leserinnen und Leser jetzt tun, um der Frankfurter Rundschau zu helfen?", fragte die FR den Insolvenzverwalter Frank Schmitt im Interview.
Seine Antwort: An den Kiosk gehen und die Frankfurter Rundschau kaufen und Anzeigen schalten. "Alles, was aktuell zum Umsatz beiträgt, ist hilfreich."
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