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14. Dezember 2012

Nachrichtenagentur dapd: Investor Ulrich Ende übernimmt dapd

Der ehemalige N-24 Chef Ulrich Ende steigt mit Partnern bei der Nachrichtenagentur ein. Foto: Getty Images

Investor für die insolvente dapd gefunden: Der ehemalige N24-Chef steigt mit Partnern bei der Nachrichtenagentur ein. Die dapd war erst 2010 durch die Fusion des deutschen Dienstes der Associated Press (AP) und des Deutschen Depeschen-Dienstes (ddp) entstanden.

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Die insolvente Nachrichtenagentur dapd hat einen Investor gefunden. Ulrich Ende, ehemaliger Geschäftsführer des Nachrichtensenders N24, werde mit weiteren Geldgebern bei den insolventen Gesellschaften der Agenturgruppe einsteigen, teilte der Insolvenzverwalter Christian Köhler-Ma am Freitag mit. In der nächsten Woche wolle die Gruppe einen siebenstelligen Betrag als neues Eigenkapital zur Verfügung stellen. Details zu den weiteren Investoren wurden zunächst nicht genannt.

Die dapd hatte für jene acht Gesellschaften, die das tagesaktuelle Agenturgeschäft bestreiten, im Oktober Insolvenz angemeldet. Ende November wurden 98 von 299 Mitarbeitern entlassen. Die Nachrichtenagentur mit Sitz in Berlin war 2010 aus einem Zusammenschluss des ehemaligen deutschen Dienstes der amerikanischen Agentur Associated Press (AP) und des Deutschen Depeschen-Dienstes (ddp) entstanden. Als die Inhaber Martin Vorderwülbecke und Peter Löw Ende September entschieden, ihre Unterstützung im laufenden Betrieb einzustellen, fand ein drastischer Expansionskurs unter anderem beim Aufbau eines Sportdienstes ein plötzliches Ende. Die dapd war unter Vorderwülbecke und Löw mit dem Anspruch angetreten, den Marktführer dpa zu ersetzen.

Vergleich mit AP geschlossen

Die Vereinbarung mit Ulrich Ende biete nun gute Chancen für den Erhalt der bestehenden Arbeitsplätze bei der Nachrichtenagentur, sagte dapd-Insolvenzverwalter Köhler-Ma. Voraussichtlich seien „keine größeren Personalanpassungen über die bereits ausgesprochenen Kündigungen hinaus nötig“. Ab nächster Woche wolle Ende Gespräche mit den dapd-Kunden führen.

Hintergrund dieser Gespräche dürfte in erster Linie ein Rückzug aus der Auslandsberichterstattung sein. Diese hatte dapd weitgehend mit Material der amerikanischen AP bestritten, die Belieferung endet nach Zahlungsschwierigkeiten und einem Rechtsstreit in den USA am 31. Januar nächsten Jahres. Der Vergleich mit AP gebe den Investoren genügend Zeit, neue Verträge mit den dapd-Kunden abzuschließen, sagte Köhler-Ma. Durch die Einigung mit AP sei bis dahin „die vollständige und vertragsgemäße Belieferung der Kunden sichergestellt“.

Der deutsche Markt der Nachrichtenagenturen gilt im internationalen Vergleich als besonders umkämpft. Neben den Anbietern dpa und dapd sind auch die französische Agence France-Presse (AFP) sowie der kanadisch-britische Konzern Thomson Reuters mit deutschsprachigen Diensten vertreten. Hinzu kommen die zwei kirchliche getragenen Agenturen Evangelischer Pressedienst (epd) und Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) sowie mehrere Spezialdienste für Wirtschaft und Sport. (epd)

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