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Medien

01. Februar 2016

Netflix: Angriff und Gegenangriff

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Eine gemeine Handlung des Hannoveraners Manuel Schmiedebach (r.) gegen den Leverkusener Karim Bellarabi.  Foto: AFP

Der Bezahlsender Sky ist durch das Aufkommen von Netflix & Co nicht nachhaltig beschädigt worden. Sky vermeldet einen deutlichen Wachstum zu Beginn des Jahres 2016.

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Diese Nachricht dürfte auch bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) neue Begehrlichkeiten wecken. Um ein Zehntel ist zur Hälfte des Geschäftsjahrs 2015/16 (zum 30. Juni) der Umsatz des Münchner Bezahlsenders Sky auf 964 Millionen Euro gestiegen und die Zahl der Abonnenten um rund 214 000 auf nun fast 4,5 Millionen zahlende Zuschauer.

„Wir sind mit deutlichem Wachstum ins Jahr 2016 gestartet“, jubelt Sky-Chef Carsten Schmidt, auch wenn der operative Verlust (Ebit) wegen eines einmaligen Sondereffekts leicht von 19 auf 47 Millionen Euro zugenommen hat. Wichtiger ist, dass Sky durch das Aufkommen von Netflix & Co nicht gebremst wird. Bei einem auch nur partiellen Verlust der Live-Rechte an der Fußball-Bundesliga wären Bremseffekte dagegen unvermeidlich.

Um die Live-Rechte wird gerade wieder gepokert – mit für Sky bedenklichen Vorzeichen. Denn zum einen drängt das Bundeskartellamt dem Vernehmen nach darauf, dass diese Rechte nicht nur wie bisher an einen Kandidaten (Sky) gehen. Zum anderen hat DFL-Chef Christian Seifert das klare Ziel formuliert, mit der Bundesliga weltweit künftig 1,5 Milliarden Euro einzuspielen. Das wäre fast doppelt so viel wie bisher.

Sky versucht zu punkten

Für Sky hieße das, dass es deutlich teuerer würde und man den bisherigen Werbeslogan „Alle Spiele, alle Tore“ möglicherweise vergessen könnte. Für die jüngst ins Bezahlfernsehimperium von Medientycoon Rupert Murdoch eingegliederten Münchner wäre das fraglos ein Rückschlag auf dem Weg, hier zu Lande endlich und anhaltend in die Gewinnzone zu kommen. Zuletzt schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein.

Sky punktet mit Abrufangeboten, die als Gegenangriff zu Netflix und andere Streaminganbieter zu sehen sind. Ein Renner war für Sky zuletzt auch die Offerte, ganze Serien wie „Game of Thrones“ am Stück herunterladen zu können. Das macht sich bezahlt und ließ den Umsatz je Kunden binnen Jahresfrist monatlich von 34 auf 35 Euro steigen. Die Kündigungsquote ist zwar im gleichen Zeitraum wieder gestiegen von 8,2 auf 9,8 Prozent. Damit liegt sie aber immer noch niedrig und der Anstieg erklärt sich vor allem damit, dass vor 24 Monaten eingeführte Zweijahresverträge nun erstmals überhaupt gekündigt werden können.

Was es dagegen bedeutet, das Zugpferd Bundesliga zu verlieren, hat Sky bereits einmal erfahren. Eine Wiederholung dessen will sowohl in München als auch der Londoner Zentrale der gesamten Sky-Gruppe niemand. An Konkurrenz mangelt es aber nicht. Genannt wird vor allem US-Medienunternehmer John Malone, der hier zu Lande über den Sportsender Eurosport und das Kabelunternehmen Unity Media verfügt. Auch der ehemalige Kirch-Manager Dieter Hahn rechnet sich mit dem Sender Sport 1 Chancen aus. Dazu kommt mit der Deutschen Telekom ein alter Sky-Bekannter, den man schon verdrängt wähnte und in der zweiten Reihe gibt es weitere Interessenten.

Noch vor Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich will die DFL die Angelegenheit entschieden haben. Und das vorzugsweise möglichst teuer, um den Abstand zur britischen Premier League, die über zwei Milliarden Euro an TV-Geldern einnimmt, nicht zu groß werden zu lassen. Das bedeutet, dass das Ringen um die Bundesligarechte voraussichtlich spannender wird als das Finale der laufenden Saison, wo ein Sieger fast schon feststeht.

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