Zensur durch Weglassen nennt es die deutschsprachige Internet-Zeitung Russlandonline.ru. Von den dreißig Minuten, die der russische Premier Wladimir Putin dem ARD-Korrespondenten Thomas Roth Rede und Antwort gestanden hat, bekamen die deutschen Fernsehzuschauer am Freitagabend nur neun Minuten zu sehen. Anders als die russischen: Dort sei der volle Wortlaut am Samstag gesendet worden.
Was die deutschen Zuschauer nicht zu sehen bekamen, waren Ausführungen Putin über die georgische Innenpolitik, die Unterschiede politischer Systeme und die wirtschaftlichen Interessen beider Seiten. Eine Textabschrift stellte Russlandonline.ru ins Netz.
Wie der WDR auf FR-Anfrage mitteilt, war von vornherein ein neunminütiger Beitrag geplant. Wegen der nachfolgenden ausführlichen Berichterstattung über die Parteikonvente in den USA sei mehr nicht möglich gewesen. Noch in Sotschi - dort hatte Roth Putin befragt - habe Roth selber das Interview geschnitten. Erst Minuten vor der Sendung sei diese Version übermittelt worden. Sie wurde später auch über den Kanal Eins-plus ausgestrahlt.
Der WDR plante, sie am frühen Dienstagmorgen um 6.20 Uhr zu senden, und den Gesamttext in seine Mediathek zu stellen.
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