Paris. Frankreich schafft die Werbung im staatlichen Fernsehen ab und bündelt die öffentlichen Auslandssender in einem neuen, starken Konzern. Die Chefs der öffentlichen Sendeanstalten werden künftig vom Staatschef ernannt. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, der am Mittwoch vom Ministerrat in Paris beschlossen wurde.
Das Werbefernsehen wird in zwei Schritten abgeschafft. Vom 5. Januar 2009 an soll es im Abendprogramm keine Werbespots mehr. Mit dem Ende des analogen Fernsehens fällt auch die Werbung vor 20 Uhr weg. Damit werde France Télévisions vom Druck der Einschaltquoten befreit und erhalte mehr Freiheit bei der Gestaltung der Programme, erklärte die Regierung.
Die Finanzierung der Staatssender soll über die Rundfunkgebühren und neue Umsatzsteuern auf Privatsender und Mobilfunkfirmen gesichert werden. Die Sender werden in einem einzigen Unternehmen gebündelt, dessen Chef, wie auch die Leiter der einzelnen Sender, der Staatspräsident ernennt. Dazu muss er zuvor Rundfunkrat und Parlament anhören. Die französischsprachigen Auslandssender werden in einer "mächtigen Gruppe" vereint, um "für die Ausstrahlung der französischen Kultur" zu wirken. dpa
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