Der Münchner TV-Konzern ProSiebenSat1 kommt immer mehr in die Klemme. Einerseits steht wie bei der Konkurrenz der TV-Werbemarkt rezessionsbedingt erheblich unter Druck. Andererseits belastet zusätzlich ein Schuldenberg von 3,5 Milliarden Euro.
Deshalb ist die Gruppe mit den Sendern Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1 und N24 gezwungen, sich neue Einnahmequellen außerhalb klassischer TV-Werbung zu schaffen, räumte Konzernchef Thomas Ebling ein. Geplant seien neue Bezahlsender, ein verstärktes Angebot von Filmen auf Abruf oder mobile Dienste. "Wir müssen vom Werbemarkt unabhängiger werden", stellte er klar.
Gebühren für die Sender Pro Sieben und Sat 1 seien aber nicht geplant, betonte eine Sprecherin. Das gelte zumindest für die Ausstrahlung in der bisherigen technischen Qualität. Anfang 2010 gehen die Sender der TV-Gruppe wie soeben die Konkurrenz-Kanäle RTL und Vox im hochauflösenden Format HD+ an den Start, für das nach einer Übergangszeit dann Gebühren fällig werden.
Ziel der Münchner ist es, bis 2014 den Anteil der Einnahmen, der nicht auf klassische TV-Werbung entfällt auf 30 Prozent zu verdoppeln. Zu diesen erst in Umrissen sichtbaren neuen Geldquellen kommt ein rigider Sparkurs, der die Kosten dieses Jahr um 200 Millionen Euro senken soll. Das hatte bis Ende September auch einen um 1000 Stellen auf noch gut 5000 Arbeitsplätze sinkenden Personalstand zur Folge.
Teile des Konzerns sind verkauft und auch viele Arbeitsplätze gestrichen worden. Genützt hat das alles bislang kaum. Das dritte Quartal 2009 brachte nach Steuern steigende Verluste in Höhe von knapp 13 Millionen Euro. Die Umsätze gaben nach neun Monaten um fast neun Prozent auf 1,9 Milliarden Euro nach.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Genau die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.