Frankfurt/Main (ddp) - Der wegen Betrugs und Bestechlichkeit angeklagte ehemalige Sportmoderator Jürgen Emig hat am zweiten Prozesstag sein Geständnis ausgeweitet.
Er sei beim vom Hessischen Rundfunk (HR) übertragenen Radrennen "Rund um den Henninger Turm" auch für die Platzierung von Sponsorenhinweisen verantwortlich gewesen, sagte der ehemalige HR-Sportchef vor dem Frankfurter Landgericht.
Damit räumte der 63-Jährige einen Vorwurf der Anklage ein, den er zum Prozessauftakt noch bestritten hatte. Zudem gab Emig zu, Vertragsabschlüsse zwischen der von ihm ins Leben gerufenen Produktionsfirma SMP und Sportveranstaltern dem HR "bewusst nicht offengelegt" zu haben.
Emig entlastete außerdem teilweise den Mitangeklagten Harald Frahm. Er räumte ein, Vertragsinhalte entworfen und dem als Geschäftsführer eingesetzten Frahm nur noch mit der Bitte zur Umsetzung zugeleitet zu haben.
Allerdings stritt der langjährige Tour-de-France-Kommentator erneut ab, bewusst Geld in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Ihm sei es schlicht "entgangen", dass größere Zahlungen von Sponsoren nicht mit dem HR abgerechnet wurden.
Unverhoffte Unterstützung erhielt Emig von einem ehemaligen leitenden Redakteur des Saarländischen Rundfunks. Der ebenfalls 63-Jährige hatte sich als Entlastungszeuge angedient. In einem Telefonat mit dem Vorsitzenden Richter Christopher Erhard bot der ehemalige Redakteur an, über die gängige Schleichwerbepraxis innerhalb der ARD aussagen zu wollen.
Der Richter führte die Inhalte des Telefonats in den Prozess ein, ließ aber offen, ob er den ehemaligen Kollegen Emigs als Zeugen vernehmen will. Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt.
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