Meister Eder nannte ihn liebevoll einen „Bazi“, seinen frechen Kobold Pumuckl. Mit unzähligen Streichen und lustigen Reimen brachte der kleine Klabauter den Schreinermeister regelmäßig auf die Palme. Am morgigen Dienstag wird Pumuckl 50 Jahre alt: Am 21. Februar 1962 sendete der Bayerische Rundfunk zum ersten Mal ein Hörspiel mit dem Kobold.
In „Spuk in der Werkstatt“, dem ersten von rund 90 Pumuckl-Hörspielen, bleibt der unsichtbare Klabauter in der Schreinerei an einem Leimtopf kleben. Dadurch wird er sichtbar und zum neuen Hausgeist von Schreinermeister Eder. Es ist der Beginn einer großen Erfolgsgeschichte, deren Episoden aus der Feder der inzwischen 91-jährigen Münchnerin Ellis Kaut stammen.
Empörte Eltern verlangen ein Happy End
Von der ersten Stunde an lieh der 2005 verstorbene Schauspieler Hans Clarin dem kleinen Kobold die freche Stimme.
1979 kam der Kobold mit „Meister Eder und sein Pumuckl“ ins Kino. Für den Schauspieler Gustl Bayrhammer ist es die Rolle seines Lebens. In den 80er-Jahren steht er für mehr als 50 Folgen einer Pumuckl-Fernsehserie vor der Kamera.
Die Fans brennen für neue Geschichten. Als der Kobold in einer Folge einem Mädchen die Kette stiehlt und Meister Eder ihn rauswirft, verlangen empörte Eltern ein Happy End. In den 70er-Jahren verliert Kaut die Lust am Schreiben, und denkt sich eine Abschlussfolge aus.
In der Weihnachten gesendeten Hörfunkfolge trifft Pumuckl einen Klabauterfreund und geht mit ihm ins Reich der Kobolde. Das Publikum ist außer sich: Anrufer beschimpfen Kauts Mann als „Pumucklmörder“, Kinder weinen ins Telefon. Die Folge wird nie wiederholt und erhält in Kauts Büchern ein neues Ende. (ddp)
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.