Schon in den vergangenen Jahren war die Tour de France für alle Beteiligten eine Qual. Das meint nicht nur die Leistungen und Ergebnisse, sondern auch die Fernsehübertragungen. Mit Sport hatte die Veranstaltung immer weniger zu tun, dafür lernte der Zuschauer viel über chemische Zusammensetzungen und medizinische Wirkungen. Von den interessanten Kniffen mit dem eigenen Blut ganz zu schweigen.
Auf weitere Exkurse zur Leistungssteigerung des Körpers muss das Fernsehpublikum demnächst verzichten: ARD und ZDF steigen ab 2012 aus der Live-Berichterstattung von der Tour de France aus. Beide Sender teilten am Mittwoch mit, dass sie einen neuen Vertrag der European Broadcasting Union (EBU) nicht mehr beitreten werden.
Das wichtigste Radrennen der Welt finde bei den deutschen Fernsehzuschauern nur noch eine geringe Akzeptanz, der Radsport habe nicht mehr den sportlichen Stellenwert wie vor einigen Jahren, sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. Zu Erfolgszeiten eines gut durchbluteten Jan Ullrichs hatten mehrere Millionen Zuschauer die Übertragungen von ARD und ZDF verfolgt. Im vergangenen Jahr war es nur etwas mehr als eine Million.
ARD und ZDF haben lange gebraucht, bis sie sich zum endgültigen Ausstieg durchringen konnten. Das lag auch am Dreijahresvertrag mit der EBU, der 2011 ausläuft, weshalb die Öffentlich-Rechtlichen auch in diesem Jahr noch von der Tour de France berichten werden. Die startet am 2. Juli, ARD und ZDF werden im täglichen Wechsel berichten. Die letzte Stunde bis zum jeweiligen Etappenziel werde auf jeden Fall live sein, teilten die Sender mit. Mal sehen, welche neuen Tipps es in Sachen Eigenblut gibt.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.