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Schauspieler Oliver Wnuk: Das Leben als Leiter. Oder Treppe?

Schauspieler Oliver Wnuk lernt auch die Kehrseiten der Popularität kennen. "Liebe zu dritt?", titelte neulich ein Blatt, das den Schauspieler auf der Front mit seiner Lebensgefährtin Yvonne Catterfeld zeigte. Nicht schön. Von Tilmann P. Gangloff

Viel Spaß" heißt das Blatt, in dem man wahre und erfundene Neuigkeiten über Stars und Sternchen lesen kann, aber Oliver K. Wnuk findet die Lektüre gar nicht lustig. Der Titel zeigte den Schauspieler vor Wochen mit seiner Lebensgefährtin Yvonne Catterfeld. "Liebe zu dritt?" lautete die Schlagzeile. Da fragte sich das Blatt, ob "sie ihren Oliver mit einer anderen teilen" muss.

Die angeblich "andere" ist die Mutter von Wnuks Tochter. Solche "Enthüllungsgeschichten" sind der Preis des Ruhms: "Es gibt immer wieder Anfragen der Boulevardpresse, und wenn wir denen nichts erzählen, dann erfinden sie halt was." So genannte Home-Stories lehnt das Paar ab. Geschrieben wird trotzdem: "Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn bestimmte Zeitungen einen ins Visier nehmen."

Zur Person

Oliver Wnuk (33) stammt aus Konstanz. Der Schauspieler, ausgebildet an der Bayerischen Theater-Akademie, wurde bekannt durch Rollen in den Kinofilmen "Anatomie", "Der Schuh des Manitu" und "Soloalbum". 2004 hatte er seinen Durchbruch in der ProSieben-Serie "Stromberg". Seit den gemeinsamen Dreharbeiten zu "U-900" ist Wnuk mit seiner Kollegin Yvonne Catterfeld liiert.

In der Kuppelkomödie "Butter bei die Fische" (ZDF, 20.15 Uhr) spielt Wnuk mit großem Ernst einen spießigen jungen Mann, der sich seit Jahrzehnten gegen den ungebundenen Lebensstil seiner Mutter (Ulrike Kriener) wehrt. (tpg)

Wnuk, der seinen Durchbruch an der Seite von Christoph Maria Herbst in der ProSieben-Serie "Stromberg" hatte, erlebt derzeit so etwas wie die Kehrseite der Popularität. Allerdings wirkt er ziemlich smart, wenn er seine Erlebnisse mit bestimmten Medien schildert. Er ist zwar erst 33, doch er hat es mit an die vierzig Rollen in zehn Jahren schon auf eine beachtliche Filmografie gebracht.

Wie so viele Schauspieler erlebte aber auch Oliver Wnuk zwischendurch immer wieder Durststrecken. Der Branche geht es längst nicht mehr so gut wie in den Neunzigern. Wer sich heute seine Rollen aussuchen kann, ist in einer äußerst privilegierten Situation: "Ich habe schon Kollegen auf dem Bau schuften gesehen."

Ohnehin sei die Zeit zwischen den Engagements viel härter als die eigentliche Arbeit: "Weil man sich ständig bei Laune halten muss. Wer mit negativer Ausstrahlung zu einem Casting geht, kriegt den Job höchstwahrscheinlich nicht. Aber man kann sich ja nicht immer in den Kühlschrank legen, um frisch zu bleiben."

2009 war ein gutes Jahr für Wnuk, er war komplett ausgelastet. Die Zwischenzeit nutzt er ebenfalls kreativ: Er fotografiert, schreibt längere Texte, aber auch kürzere; zur neuen Catterfeld-CD hat er einige Texte beigesteuert. Mit "Einfach nur Siggi" (2004), seinem tragikomischen Stück über einen Lageristen mit großen Träumen, trat er unter anderem im Konstanzer Stadttheater auf. Und natürlich dreht er. Am 3. November soll die vierte Staffel von "Stromberg" starten; die DVDs der mehrfach ausgezeichneten älteren Episoden sind mittlerweile 600000 Mal verkauft worden.

Ebenfalls noch diesen Winter zeigt das ZDF "Dann eben Glück"; Wnuk spielt den Sohn von Götz George. Zudem möchte auch das Fernsehen gern vom Geraschel im Blätterwald profitieren. Tatsächlich werden gemeinsame Projekte für Oliver Wnuk und Yvonne Catterfeld entwickelt, aber das Paar will nichts forcieren, selbst wenn sich beide bei ihrer Zusammenarbeit für die Komödie "U-900" sehr wohlgefühlt haben.

Im Schatten der prominenteren Lebensgefährtin sieht sich Wnuk ohnehin nicht: "Das ist immer eine Frage, wie die Sonne steht." Doch er macht sich keine Illusionen: Die eigene Karriere vergleicht er "mit einer schlichten, ungeschmückten Holzleiter, auf die nur von Zeit zu Zeit das Scheinwerferlicht fällt". Im Vergleich dazu ist Yvonne Catterfeld eher eine Showtreppe hinaufgeschwebt. Aber als neulich bekannt wurde, dass sie dem ins Stocken geratenen Projekt eines Films über das Leben von Romy Schneider den Rücken kehre, war in den einschlägigen Illustrierten eben auch gleich von Beziehungskrise die Rede.

Vermutlich waren es Erfahrungen dieser Art, die bei Wnuk zu einer gewissen Abkehr von früherer Vorstellungen geführt haben: "Die ganze Branche wird überschätzt, den Schauspielern wird viel zu viel Aufmerksamkeit gewidmet." Sich selbst erhofft er eine längere Haltbarkeit: "Wer über Nacht berühmt geworden ist, wird oft auch über Nacht wieder vergessen." Abgeklärt. "Aber nicht desillusioniert", betont Wnuk. Er sei bloß nicht mehr so ehrgeizig wie früher: Die Schauspielerei sei nun "mehr Beruf als Berufung". Gut möglich, dass sich seit der Geburt seiner Tochter Prioritäten verschoben haben. Früher hat er sich immer etwas aufgekratzt seine Filme angesehen, heute schaut er "lieber meinem Kind beim Spielen zu als mir."

Autor:  Tilmann P. Gangloff
Datum:  14 | 9 | 2009
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