Aktuell: Schicksal von Tugçe A. | Burger King | Polizeigewalt in Ferguson | Eintracht Frankfurt | Fußball-News

Medien

27. Dezember 2010

Spendensammeln 2.0: Kickstarter für Ideen

 Von Anne Lena Mösken
Geplant: ein Film über die Bar 25 in Berlin.  Foto: inkubato.de

Künstler, Musiker und Kreative sammeln Geld für ihre Projekte auf Crowdfunding-Plattformen wie inkubato.de. Im Netz entsteht so eine neue Form der Kreativwirtschaft.

Drucken per Mail

Ideen gibt es viele, leider weniger als Geld, um sie umzusetzen. Und so verbleiben viele dieser Ideen von Künstlern, Musikern und Filmemachern im Konjunktiv. „Man könnte ja“ und „Man sollte mal“. Allerdings kann man auch bei denen um Geld fragen, die diese Ideen gerne umgesetzt sehen würden.

Zwei Berliner haben dafür Mitte Oktober die Internetseite inkubato.de ins Leben gerufen, so etwas wie ein virtueller Brutkasten für kreative Projekte. Auf der Website stehen bislang neun Ideen online, die Köpfe dahinter stellen sie jeweils in kurzen Videoclips vor. Daneben steht die Summe, die sie benötigen, um ihre Idee umzusetzen. Dann kann jeder Besucher der Seite Geld geben. Die Sammelaktionen laufen zeitlich begrenzt, und nur wenn die Summe am Ende tatsächlich zusammenkommt, wird das Geld via Pay Pal vom Konto der Unterstützer abgebucht. Das beliebteste Projekt auf der Seite ist derzeit ein Kinofilm über die mittlerweile geschlossene Bar 25. 16 000 Euro sind bisher zusammengekommen. 25 000 Euro sollen es bis zum 5. Januar werden.

Das Prinzip heißt „Crowdfunding“. Pioniere dieses Konzeptes waren die Musikplattform ArtistShare in den USA und in Europa Sellaband. Seit 2006 sammeln hier Musiker Geld für ihre Produktionen zusammen. Nach eigenen Angaben wurden in den vergangenen Jahren mehr als 3 Millionen Dollar über die Seite in Bands investiert. In den USA erweiterte Kickstarter.com 2009 das Angebot auf alle kreativen Bereiche. Der Erfolg der Seite hat einen wahren Crowdfunding-Boom ausgelöst. Allein in Deutschland sind zuletzt neben inkubato.de auch die Plattformen mysherpas.com, pling.de und startnext.de online gegangen.

Im Netz entsteht so eine neue Form der Kreativwirtschaft. Das Ergebnis ist vor allem eine neue Nähe zum Publikum: Realisiert wird, was Leute sehen und hören wollen. Die Masse der Internet-User wird zum Mäzen 2.0. Die „Spenden“ sind eher eine Art Beteiligung am Projekt, für die die Kreativen Gegenleistungen bieten. Das Bar-25-Filmteam etwa verspricht, Großspender im Abspann zu erwähnen und auf der potenziellen Premierenfeier mit Konfetti zu bewerfen.

Auf Seiten wie Inkubato und Startnext gilt es nicht, eine elitäre Jury von Gehalt und Förderungswürdigkeit seiner Idee zu überzeugen, keine auf den Profit kalkulierenden Investoren. Ob allerdings überhaupt eines der auf Inkubato online gestellten Projekte das Licht der Welt erblicken wird, ist bisher noch offen. Noch ist die Zeit für keines von ihnen abgelaufen.

Zur Homepage
comments powered by Disqus
Medien
Fotostrecken
Bambi 2014: Die Hin- und Weggucker

Ist sie frisch aus dem Dschungel entkommen? Nein, das soll wohl so. Das österreichische Model Larissa Marolt präsentiert - Mode. Mehr in unserer Fotostrecke: Die Hin- und Weggucker der Bambi-Verleihung.

Außerdem:
Fotostrecke: Die Bambi-Preisträger in Bildern
Fotostrecke: Prominente auf dem roten Teppich
Fotostrecke: Diese Preisträger standen schon fest

Filmtipps
TV-Kritik
Quiz
Tatort-Logo

Seit 40 Jahren gibt's fast jeden Sonntag im Fernsehen Mord und Totschlag. Mit dem Tatort beweist das öffentlich-rechtliche Fernsehen immer wieder seine Leistungsfähigkeit. Was wissen Sie über die Krimi-Reihe? Testen Sie's!

Videonachrichten Leute
Kino: Neustarts
Film

Die Filmwoche: Was läuft wann in welchem Kino? Alle Neustarts, alle Filme, alle Kinos, alle Zeiten.