Sie ist die lustigste Frau im deutschen Fernsehen. Sie ist nicht schrill, nicht verkleidet, sie parodiert niemanden. Sie erzählt einfach, was sie so erlebt, hört und sieht, was sie ärgert, und all das mit großartigen Pointen und einer klaren Haltung. Deutlich und gern deftig ist das, aber mit einem Streicheln. Bayerisch eben. Seit zehn Jahren ist Monika Gruber in ihrer Heimat damit sehr erfolgreich, im Bayerischen Fernsehen und auf der Bühne. Jetzt bekommt sie ihre eigene Sendung im ZDF. Ein Mal im Monat, dienstags um 22.45 Uhr, nimmt sie sich in „Leute, Leute!“ die Promis vor und all die „taff, exclusiv, Leute heute, Prominent!“-Magazine, die den Boulevard pflastern.
Durchscheinende Gesellschaftskritik
Zum Gespräch ins Hotel in Köln kommt sie direkt von den Proben für die neue Satireshow. Es ist spät geworden, sie war noch nicht mal auf ihrem Zimmer. Doch am Kaminfeuer ist von Erschöpfung die nächsten Stunden nichts zu merken. Sie ist aufmerksam, hört zu, sie hat etwas zu sagen. Das ist das Besondere an Monika Gruber. Sie will etwas erreichen mit ihren Texten, in denen Gesellschaftskritik durchscheint. Auch bei „Leute, Leute!“ soll das so sein. Die Welt wird von Promis überschwemmt, all die Castingshows und Modelsucherei kreieren ständig neue Pseudo-Stars. „Es kommt nur darauf an, geradeaus über einen Laufsteg zu wackeln“, sagt Monika Gruber. „Meine Mutter hätte gesagt: ‚Klemm dein’ Arsch hinter die Schulbank und schau, dass du das Abitur gescheit machst!‘“
Die Mahma und der Bappa spielen eine wichtige Rolle bei Monika Gruber, in ihren Geschichten und privat. So oft es geht, fährt sie zum Bauernhof in Tittenkofen bei Erding, wo sie mit zwei jüngeren Brüdern aufgewachsen ist. Dort wird dann darüber gesprochen, was die Nichten und Neffen machen, ob der Nachbarn krank ist und wer gestorben ist. Als sie von ihrer ZDF-Sendung erzählt, sagte ihr Vater nur: „Brauchd’s des?“ Sie habe doch eh schon so viel zu tun. Für ihn war es das Größte, dass sie auf Bayern1 zum lustigsten Bayern gewählt wurde. Das ist sein Radiosender, den hört er immer auf dem Traktor.
Manchmal sind es die kleinen, schönen Dinge am Rande, die beeindrucken. Die zeigen wir in unseren Bildern des Tages.